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Partystimmung auf Ibiza: Derzeit keine Einnahmen

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    Horror-Jahr für Urheber: GEMA-Einnahmen um 43 Prozent rückläufig

    Restaurants geschlossen, Clubs ohne Gäste, Konzerte verschoben: Kein Wunder, dass angesichts des Lockdowns die Lizenzgebühren zur öffentlichen Wiedergabe von Musik 2020 drastisch eingebrochen sind. Doch die GEMA verweist auf einen "Schutzschirm".

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    Von
    • Peter Jungblut

    "Die Auswirkungen der Pandemie auf die schöpferische Arbeit der Kreativen und ihre Einkommenssituation sind dramatisch", so Harald Heker, der Vorstandsvorsitzende der in Berlin und München ansässigen GEMA, in einer Pressemitteilung: "Das zurückliegende Jahr hat aber auch gezeigt, welche Kraft in der GEMA steckt. Die Solidargemeinschaft der Musikurheber stellt in der Krise abermals unter Beweis, dass gerade im kollegialen Zusammenhalt eine herausragende Stärke der GEMA und ihrer Mitglieder liegt. Allem voran mit einem mehrere Millionen Euro starken Hilfsprogramm für besonders betroffene Mitglieder, pünktlichen Ausschüttungen und einer pragmatischen Handhabung von Vorauszahlungen in Härtefällen."

    Deutlicher Rückgang bei öffentlicher Wiedergabe von Musik

    Um 43 Prozent oder 177 Millionen Euro brachen die Einnahmen aus der öffentlichen Wiedergabe von Musik ein. Ähnlich drastisch fiel der Umsatz mit den Gebühren aus Konzerten: Statt wie 2019 noch rund 145 Millionen Euro zu erlösen, konnte die GEMA nur noch knapp 63 Millionen Euro verbuchen. Eine mehr als betrübliche Bilanz vor allem für Komponisten, Arrangeure, Texter und andere Urheber. Ebenfalls ein dickes Minus von 56 Prozent. Gemessen daran habe sich der "Ertragsbereich Online" geradezu als "Stabilitätsanker" erwiesen, so die GEMA. Zwar gingen auch da die Einnahmen geringfügig um 2,4 Millionen Euro zurück, das sei jedoch "bei näherem Hinsehen ein starkes Ergebnis", weil es ohne "Sondererträge" zustande gekommen sei. Grund für die vergleichsweise erfreuliche Entwicklung in diesem Marktsegment sei die intensivere Nutzung der digitalen Angebote, wobei sich der Trend weg vom Download hin zum Streaming weiter verstärkte.

    Auch im kommenden Jahr deutliche Einbrüche erwartet

    Eher verhalten verlief das Geschäft mit Lizenzeinnahmen aus CD-Verkäufen. Weil die meisten Plattenläden längere Zeit schließen mussten, blieben nur knapp 49 Millionen Euro übrig, ein Minus von gut zwanzig Prozent. Und auch die privaten Fernsehsender überwiesen weniger, da ihre Werbeeinnahmen rückläufig waren. Allerdings kamen immer noch 285 Millionen Euro aus Musiknutzungen in TV und Radio zusammen, ein Rückgang von 3,3 Prozent.

    "Alles in allem haben wir das Krisenjahr 2020 für die GEMA zufriedenstellend abgeschlossen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage äußerst angespannt bleibt. Das Pandemie-Geschehen wird die Ausschüttungen der GEMA im laufenden und voraussichtlich auch im kommenden Jahr empfindlich schmälern. Für viele Musikschaffende wird dies erhebliche finanzielle Einbußen mit sich bringen", so Harald Heker: "Ein zentrales Signal in die Musikbranche ist es, dass der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages Ende März zusätzliche Finanzmittel für einen zweiten Teil des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR abschließend freigegeben hat. Ebenso wird die GEMA selbst ihre Mitglieder weiterhin unterstützen und 2021 erneut einen Schutzschirm aufspannen, so dass bedürftige Mitglieder Vorauszahlungen auf kommende Ausschüttungen beantragen können."

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