BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR/ Elisabeth Tyroller

Für den Religionspädagogen und Künstler Martin Knöferl ähnelt ein Stück Holz einem Menschenleben: Es wächst, ist vergänglich, es hat Verletzungen. Dass aus seinen Objekten, den Hoffnungszeichen, etwas Großes entstanden ist, verdankt er einer Krise.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Hoffnungszeichen: Kunst, die Mut macht

Für den Religionspädagogen und Künstler Martin Knöferl ähnelt ein Stück Holz einem Menschenleben: Es wächst, ist vergänglich, es hat Verletzungen. Dass aus seinen Objekten, den Hoffnungszeichen, etwas Großes entstanden ist, verdankt er einer Krise.

Per Mail sharen
Von
  • Elisabeth Tyroller

Martin Knöferl arbeitet in der Diözese Augsburg als Supervisor, seine Berufswahl hat er nie bereut. Als sein Bruder schwer erkrankt, löst das in ihm etwas aus: "Ich habe gespürt, dass ich mir etwas vor Augen stellen muss, dass es mit ihm gut ausgeht. Dass es mit ihm gut ausgeht, indem er überlebt. Oder dass es gut ausgeht, auch wenn er stirbt."

Der damals 50-Jährige fängt an, mit Holz zu arbeiten. "Eine Wirklichkeit von Holz ist, dass es wächst und lebendig ist, aber auch, dass es vergänglich und verletzlich ist." Holz ist für ihn ein Symbol für das eigene Leben, das auch verletzlich und vergänglich ist. Und über Holz kann er diese Wirklichkeit auch wahrnehmen.

Das Holz, mit dem er seine Objekte gestaltet, hat immer eine Geschichte. Es kommt von einer Scheune, die abgerissen wurde, von alten Obstbäumen, die gefällt werden, oder auch von einer Flussbrücke, über die Tausende von Menschen gegangen sind. Wichtig ist für ihn, dass das Holz eine Geschichte und Spuren von Verletzlichkeit hat.

Kombination aus Holz, Gold und Glas

Er ergänzt es mit Glas. "Wir wissen ja, wie Glas hergestellt ist: Aus einem Haufen Sand wird, wenn es durchs Feuer geht, klares, leuchtendes Glas. Die Glasmacher sagen dazu läutern. Die Schlacken gehen weg und übrig bleibt klares strahlendes Glas. Und das ist die zweite Wirklichkeit von meinem Hoffnungszeichen."

"Was schwer ist in unserem Leben, was uns auch zu schaffen gemacht hat, was verletzt, das macht uns auch immer einzigartig und wertvoll. Von daher ist Gold hier sehr bedeutsam." Martin Knöferl

Aus den kleinen Hoffnungszeichen ist etwas Großes entstanden. Martin Knöferl hat in seinem 900 Einwohner-Dorf im oberbayerischen Hörzhausen ein Forum geschaffen. Für Veranstaltungen rund um Kunst, Kultur und Spiritualität.

"Ich erinnere mich noch gut, wie der Steuerberater damals wirklich entsetzt war und gesagt hat: Ja, Herr Knöferl, das rentiert sich ja nie. Und damit hat er natürlich Recht. Aber er selber hat auch gespürt: Ah, vielleicht rentiert sich das anders als in seiner Sprache. Und in meiner Sprache ist es: Ja, es rentiert sich nicht, aber es macht Sinn." Martin Knöferl

Martin Knöferls Arbeiten sind gefragt. Er gestaltet Meditationsräume und Kapellen, Altarräume und Hospize. Seine Hoffnungszeichen geben mittlerweile vielen Menschen Hoffnung. Und übrigens: Sein Bruder ist damals wieder gesund geworden.

Mehr zum Thema "Auf das Leben" in der Sendung STATIONEN am Mittwoch, 21.04.2021 um 19 Uhr im BR-Fernsehen und in der BR-Mediathek.

Sie interessieren sich für Themen rund um Religion, Kirche, Spiritualität und ethische Fragestellungen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter. Jeden Freitag die wichtigsten Meldungen der Woche direkt in Ihr Postfach. Hier geht's zur Anmeldung.