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"Höre mich!" Psalmen literarisch von Gila Lustiger und Uwe Kolbe

Schriftsteller antworten auf das Buch der Psalmen. Die Erzählerin Gila Lustiger, die Frankfurter Jüdin in Paris, und der Dichter Uwe Kolbe, der in einem „gottlosen Haushalt“ aufwuchs, beginnen das Psalmen-Projekt "Höre mich!". Von Cornelia Zetzsche

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"Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln." Psalm 23

Eigentlich wollte Gila Lustiger mit diesem berühmten Vers und der Hoffnung auf Schutz beginnen. Aber dann las sie in den Psalmen Verfolgung und Not. Ihre Reaktion darauf ist ihre sehr eindringliche Erinnerung, wie sie als Kind Psalmen in der Synagoge und den Vater beten hörte, nicht ahnend, was er und andere Holocaust-Überlebende erlitten hatten.

Jiskor für die Toten

"Jetzt ist es Zeit, sie alle erscheinen zu lassen",

nennt Gila Lustiger ihr Totengebet für den Vater, den Historiker Arno Lustiger. Es entstand, als sie - auf Anregung von Bayern 2 - einen Psalm wählte und eine neue Geschichte daraus entwickelte. So wie der Lyriker Uwe Kolbe.

"Den einen Psalm würde ich laut lesen, den anderen seufzen, den nächsten deklamieren, den folgenden flüstern, und diesen hier würde ich singen",

schreibt Uwe Kolbe, schlüpft in die Rolle eines Mönchs, liest in Psalm 107, dem "Danklied der Erlösten" den eigenen "Lebenslauf" und sieht die vier Strophen wie die Wände eines Hauses. Die fünfte wölbt sich zum Dach:

"Mit dem Schlussstein ist dort eingelassen der Zweifel." Uwe Kolbe

"Höre mich!"

Wer Psalmen liest, begegnet existentiellen Fragen. Das zeigen die Texte - exklusiv für Bayern 2 - von Gila Lustiger, Uwe Kolbe und vier Autoren-Kollegen: den Büchner-Preisträgern Sibylle Lewitscharoff und Arnold Stadler, dem Sprachschöpfer Feridun Zaimoglu und von Said, dem Münchner Exil-Dichter aus Teheran. Sonntags um 11 in "radioTexte - Das offene Buch" auf Bayern 2 und am 27. April mit Landesbischof Bedford-Strohm in der Münchner Matthäuskirche.