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"Hippes Nürnberg" – Kampf gegen das Bratwurst-Image | BR24

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Viele Jüngere finden Nürnberg hipp, modern und weltoffen. Kein Wunder, immerhin haben rund 47 Prozent der Einwohner Migrationshintergrund - mehr als in Berlin!

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"Hippes Nürnberg" – Kampf gegen das Bratwurst-Image

Nürnberg, hip und modern? Nürnberg kämpft oft mit einem Bratwurstimage. Trotz 520.000 Einwohner ist die Stadt in vielen Köpfen weit von einer Szenemetropole entfernt. Doch es gibt sie: Künstler und Kreative. Zuhause sind viele von ihnen in Gostenhof.

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Der Nürnberger Stadtteil Gostenhof trägt viele Namen: Glasscherben-Viertel, Kreuzberg Nürnbergs, fränkische Bronx, Gostanbul oder ganz einfach "Goho". Kein Zufall, sondern angelehnt an den Stadtteil Soho im Londoner West End. Ein Szenekiez mit vielen kleinen Läden, Kneipen, Boutiquen und einer internationalen Nachbarschaft.

47 Prozent der Nürnberger haben Migrationshintergrund

Hier lebt auch die Sängerin Melanie Ibema. Sie hat afrikanische Wurzeln, ist in Gostenhof aufgewachsen und liebt das Viertel – multikulti inklusive. Inzwischen hat fast die Hälfte der Nürnbergerinnen und Nürnberger einen Migrationshintergrund; das ist mehr als in Berlin.

"Gostenhof ist bunt, vielfältig, international, laut, spannend und vielleicht auch ein bisschen geheimnisvoll", sagt Melanie Ibema. Es gebe Ecken, die man immer neu entdecken könne "und denkt wow, da steckt eine Geschichte dahinter", schwärmt sie.

Gostenhof: Vom Arbeiterviertel zum Szenekiez

Heute Szenekiez, früher Arbeiterviertel. Ein Zuhause wurde Gostenhof in den 1950er-Jahren für viele Gastarbeiter. Griechen, Türken, Spanier, Italiener – mit ihren Familien lebten sie dort günstig, aber auch unter einfachsten Bedingungen. Kleine, heruntergekommene Wohnungen, meist ohne Bad. In den 1980er-Jahren wurde Gostenhof dann kernsaniert und ein beliebter Stadtteil für Kreative, Künstler, Studenten und junge Familien.

Neues Stadtmagazin für kreatives Nürnberg

Treffpunkt für viele ist der Salon Regina – ein Nachbarschaftscafé mit Retrocharme. Einer der Lieblingsorte von Mitzi Dominiguez. Job und Liebe haben die gebürtige Mexikanerin vor acht Jahren nach Franken verschlagen. Für sie macht gerade der Kulturen-Mix das Weltstadtfeeling Nürnbergs aus.

"Überall hörst du verschiedene Sprachen. Ich höre meine eigene, Spanisch, sogar mexikanisches Spanisch. Manchmal Französisch und das sind nicht nur die Touristen oder Neuankömmlinge, sondern Einheimische aus der zweiten Generation, die hier aufwachsen. Das macht es so bunt, vielfältig und sehr international." Mitzi Dominiguez, Nürnberger Stadtmagazin "Ginger"

Alle Facetten Nürnbergs möchte Mitzi Dominiguez zusammen mit einem Kollektiv aus Fotografen, Journalisten, Grafikern und Designern in dem neuen Stadtmagazin "Ginger" präsentieren. Dafür zieht sie mit Fotokamera und Diktiergerät durch die Frankenmetropole und sucht besondere Orte und Menschen. Auch mit Sängerin Melanie Ibema sprach sie für einen Artikel über die Subkultur Nürnbergs.

Einfach abhauen ist langweilig: Nürnberg gestalten!

Es sei doch langweilig, rauszugehen, nach Berlin zu ziehen oder in eine andere größere Stadt, wo Musik krass ist, um da irgendwie Fuß zu fassen, sagt Ibema. "Es ist doch viel spannender und viel interessanter, hier zu bleiben und hier seinen Boden zu entwickeln, wo man hergekommen ist, um die Stadt auch zu unterstützen."

Ein neues Bild von Nürnberg aufzeigen. Das Konzept von "Ginger" hat auch die Stadt Nürnberg überzeugt. Im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung N2025 gehört das Stadtmagazin zu einem von zehn Siegerprojekten, die mit 5.000 Euro gefördert werden.

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