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München soll ein Haus der Religionen bekommen | BR24

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Gebetsräume für ganz unterschiedliche Glaubensgemeinschaften unter einem Dach: Eine Münchner Initiative plant ein "Haus der Kulturen und Religionen". Es soll die Religionen miteinander ins Gespräch bringen – aber auch Gläubige und Atheisten.

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München soll ein Haus der Religionen bekommen

Gebetsräume für ganz unterschiedliche Glaubensgemeinschaften unter einem Dach: Eine Münchner Initiative plant ein "Haus der Kulturen und Religionen". Es soll die Religionen miteinander ins Gespräch bringen – aber auch Gläubige und Atheisten.

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In München soll ein "Haus der Kulturen und Religionen" entstehen und ein Treffpunkt sein für Menschen aus allen Glaubensrichtungen. Wie das genau aussehen soll, darüber haben sich die Initiatoren des Münchner Vereins "Haus der Kulturen und Religionen" diese Woche Gedanken gemacht. Sie hatten Vertreter von ähnliche Projekten aus der ganzen Welt eingeladen und sich mit ihnen ausgetauscht.

Schweizer "Haus der Religionen" hat Vorbildcharakter für München

Mit dabei war zum Beispiel David Leutwyler, Geschäftsführer vom Haus der Religionen in Bern in der Schweiz. Das Schweizer Projekt hat für die Münchner Initiative bestehend aus Vertretern von Christentum, Judentum, Islam und Buddhismus Vorbildcharakter.

Das Haus der Religionen in Bern sieht wie folgt aus: Ein schlichter Kirchenraum - offen für Katholiken und Protestanten im Obergeschoss. Gegenüber der Gebetsraum der Aleviten: Christen und Muslime Tür an Tür. Geht man die Treppe hinunter ins Erdgeschoss, steht man vor drei weiteren Türen: einer Moschee, eines buddhistischen und eines hinduistischen Tempels. Zwischen den Sakralräumen gibt es viel Platz für Gespräche.

Anlaufpunkt für kleine Gemeinschaften mit wenig Geld

Unbekanntere Religionsgemeinschaften wie die Mandäer in Stuttgart oder die Bahai in München oder auch Islamgemeinden, die keine eigene Moschee haben, könnten in einem Haus der Religionen einen Ort finden, ihren Glauben zu leben. Denn oft fehlt es kleinen Gemeinschaften an finanziellen Mitteln und Raum ist in der Stadt knapp und teuer.

Aber es geht um mehr als Pragmatismus: In Bern hat das Haus der Religionen unter anderem dazu geführt, dass ein interreligiöser Friedhof entsteht. Hier haben "verschiedene Religionen ihre Begräbnisstätten auf ihre Art - auf einem öffentlichen Friedhof", sagt Leutwyler.

Projekt soll Religionen in der Stadt sichtbar machen

Religionen in der Stadt sichtbar machen will auch das "Interfaith Center" in New York, wo es hunderte verschiedene religiöse Gruppierungen gibt. Hier versucht Reverent Chloe Breye gerade die Gemeinden auf die Volkszählung aufmerksam zu machen, die in den USA alle zehn Jahre stattfindet: "Wir informieren besonders Buddhisten und Hinduisten, damit sie sich zählen lassen, repräsentiert sind und ihre Gemeinden Mittel bekommen."

Dialog zwischen Menschen aus unterschiedlichen Religionen, aber auch zwischen Gläubigen und Atheisten: Damit wollen die Häuser der Religionen auch Friedensvermittler sein; gerade jetzt, in Zeiten, in denen rechtsextreme Terroristen Gotteshäuser angreifen, wie in Christchurch Neuseeland oder hierzulande in Halle.

Botschaft: Bleibt miteinander in Kontakt!

Häuser der Religionen sollen Minderheiten sichtbar machen, Hilfen vermitteln und Begegnungsräume schaffen. Außerdem vermitteln sie den Bewohnern einer Stadt die Botschaft: Bleibt in Kontakt miteinander - das hofft Martin Rötting, Vorstandsmitglied vom Münchner Verein "Haus der Kulturen und Religionen". Noch fehlt allerdings ein Grundstück, auf dem das Projekt entstehen kann.