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Grütters: Bei Öffnungsdiskussion unbedingt an Kultur denken | BR24

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Bildrechte: picture alliance / Britta Pedersen

Bei der Öffnungsdebatte darf die Kultur auf keinen Fall vergessen werden, mahnt Kulturstaatsministerin Grütters.

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    Grütters: Bei Öffnungsdiskussion unbedingt an Kultur denken

    Kultureinrichtungen mussten als erste im Lockdown schließen. Nun dürften sie nicht die letzten sein, die wieder öffnen, fordert Kulturstaatsministerin Grütters wiederholt vor dem Spitzentreffen - und verweist auf Studien und Hygienekonzepte.

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    • BR24 Kultur

    Seit November sind Kinos, Theater, Opern- und Konzerthäuser, Museen und Galerien abermals geschlossen. Bekommen auch sie eine Öffnungsperspektive, wenn heute die Länderchefs mit Kanzlerin Merkel zusammenkommen, um ihr weiteres Vorgehen im Corona-Lockdown abzustimmen?

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich vor dem Treffen von Bund und Ländern über die weitere Strategie in der Pandemie dafür stark gemacht, die Bedürfnisse der Kulturszene zu berücksichtigen. Wenn es heute um Öffnungsszenarien gehe, müsse die Kultur bei allen Diskussionen von Anfang an mitgedacht werden, sagte die CDU-Politikerin der dpa in Berlin. "Öffnungen dürfen nicht einer rein marktwirtschaftlichen Logik folgen", so Grütters.

    Sie erinnerte daran, dass Kultureinrichtungen die ersten gewesen seien, die schließen mussten. "Sie dürfen nicht die letzten sein, die wieder öffnen." Grütters verwies darauf, dass es inzwischen viele Studien namhafter Experten gebe, die belegten, dass Museen wie auch Theater, Kinos und Konzerthäuser mit ihren modernen Lüftungsanlagen und Hygiene-Konzepten gut auf ihr Publikum vorbereitet seien. Aus ihrer Sicht sei daher ein verantwortungsvoller Neustart des Kulturbetriebs auch in Pandemie-Zeiten unproblematisch, wenn die inzwischen üblichen Hygiene- und Abstandsvorgaben eingehalten würden.

    Kultur holt Menschen aus der Isolation

    Grütters brachte erneut die "dramatischen Verluste in der stillgestellten Kultur" ins Spiel. Diese beträfen nicht nur Publikum, Theater-, Kino- und Konzertgänger sondern alle Menschen. "Nicht nur weil die Kultur- und Kreativbranche ein so wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, sondern auch weil Kultur kein Luxus ist, den man sich nur in guten Zeiten gönnt." Kunst sei unverzichtbar in der Auseinandersetzung mit den existenziellen Fragen des Menschseins. "Sie ist Quelle von Inspiration und Irritation, Reflexion und Innovation. Sie schafft Raum für Empathie und für Debatten. Und: Kultur holt die Menschen endlich auch wieder heraus aus ihrer häuslichen Isolation."

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    Bildrechte: dpa-Bildfunk Patrick Pleul

    Die Kulturbranche wartet auf ein Startzeichen

    Der Deutsche Museumsbund hatte vor den Bund-Länder-Gesprächen heute ähnlich argumentiert und eine rasche Öffnung der Museen gefordert: Museen könnten in der Pandemie der Isolation entgegenwirken, hieß es: "Vor dem Hintergrund der zunehmenden psychischen Belastung und Vereinsamung kann der Museumsbesuch ein wichtiger Lichtblick sein," schrieb die Vereinigung in einer Mitteilung vor den Lockdown-Gesprächen in Berlin.

    Wird der Entwurf vom Montagabend unverändert beschlossen, soll der Lockdown grundsätzlich bis 28. März andauern. Buchhandlungen mit einem entsprechenden Hygiene-Konzept dürften aber öffnen, möglicherweise auch Museen. Bleibt die Inzidenz dann in einer Region auch nach der Öffnung von Einzelhandel und Museen stabil unter 35, sollen auch Außengastronomie sowie Theater und Kinos wieder starten dürfen.

    Kulturbranche wartet sehnlichst auf ein Öffnungssignal

    Die Kulturbranche wartet sehnlichst auf ein Signal, Museen, Kinos, Theater und Konzertsäle wieder öffnen zu können. Künstlerinnen und Künstler wollen endlich wieder vor Publikum auftreten, nicht nur bei virtuellen Veranstaltungen. Aktuell sind weder große Open-Air-Festivals möglich, noch eine Kinopremiere, ein Konzert oder eine Lesung im kleinen Rahmen. Außerdem wird die Situation vieler Soloselbständiger immer prekärer. Darauf hat erst kürzlich auch die Intendantin der Berliner Philharmoniker, Andrea Zietzschmann, aufmerksam gemacht und erklärt, dass nach einer Umfrage allein in Berlin ein Drittel der Musikerinnen und Musiker bereits aufgegeben habe.

    Erst vergangene Woche hatte ein breites Bündnis aus Wissenschaftlern, darunter Hygienemediziner, Infektiologen, aber auch Rechtsanwälte, ein Öffnungskonzept für Sport- und Kulturveranstaltungen präsentiert und dabei betont, sie könnten sofort loslegen, wenn man sie nur lasse. Allerdings erklärten sie dabei auch, dass es ihnen um das Wie ginge. Wann, das müsse die Politik entscheiden.

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