Die Opernbühne des Staatstheaters mit der Aufschrift "Die Meistersinger von Nürnberg 2022" im Hintergrund

Auf der Opernbühne des Staatstheaters müssen sich die "Meistersinger 2022" beweisen.

Bildrechte: Staatstheater Nürnberg
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    Große Gesangstalente beim Meistersinger-Wettbewerb in Nürnberg

    Große Gesangstalente beim Meistersinger-Wettbewerb in Nürnberg

    Das Staatstheater Nürnberg sucht die "Meistersinger von Nürnberg 2022". Bei dem internationalen Gesangswettbewerb sind 80 Talente angetreten. Inzwischen stehen die Siegerinnen und Sieger fest. Die präsentieren sich mit einem Gratis-Konzert.

    Starke Stimme, toller Ausdruck, sehr gute Technik: Das müssen Sängerinnen und Sänger mitbringen, wenn sie beim internationalen Gesangswettbewerb "Die Meistersinger von Nürnberg" antreten. 2016 hat das Staatstheater Nürnberg den Wettstreit ins Leben gerufen. Alle zwei Jahre sollen sich hier Studierende und Künstlerinnen und Künstler mit erster Berufserfahrung vor einer hochkarätigen Jury messen. Doch die Corona-Pandemie sorgte auch hier für einen Bruch: 2020 fiel der alle zwei Jahre stattfindende Meistersinger-Wettbewerb aus. Deshalb freuen sich in diesem Jahr alle Beteiligten umso mehr darauf.

    Konzentration und Kraft für die Meistersinger-Bühne

    Max Dollinger stammt aus dem oberfränkischen Hof und freut sich, dass er unter den 22 Halbfinalisten des Wettbewerbs gekommen ist. Im schwarzen Anzug und weißem Hemd singt der Bariton auf der Opernbühne des Staatstheaters Arien von Richard Strauss und Albert Lortzing. Nur begleitet vom Klavier. Das kostet ihn Kraft und Konzentration. Nach dem Auftritt war er "ein bisschen aus der Puste", so der Sänger. Der 26-Jährige hat eine volle Spielzeit am saarländischen Staatstheater in Saarbrücken hinter sich – mit 15 Vorstellungen in 20 Tagen. Der Meistersinger-Wettbewerb sei für ihn wie das Ende eines Marathons, gewissermaßen die Kirsche auf dem Spielzeit-Kuchen, bevor er sich in den Urlaub verabschiedet.

    Die Jury des Meistersinger-Wettbewerbs

    Bildrechte: Staatstheater Nürnberg

    Worauf es der Jury ankommt

    Die hochkarätige Jury setzt sich unter anderem aus Intendantinnen und Intendanten, Pianisten und Opernmanagerinnen zusammen. Jury-Präsident ist Siegfried Jerusalem, Tenor und über zwei Jahrzehnte auf der Bühne der Wagner-Festspiele in Bayreuth. Neben einer tollen Stimme und einer tollen Technik, muss ein guter Sänger und eine gute Sängerin auch andere Qualitäten zeigen. Zum Beispiel ein gutes Auftreten. "Da muss ich schon Eindruck machen – weder arrogant noch schüchtern", erklärt Jerusalem. Seine Lehrerin habe ihm immer gesagt "Wo die Natürlichkeit aufhört, fängt der Unsinn an", sagt der Jury-Präsident und lacht.

    Das Publikum fiebert mit – allerdings ohne Applaus

    Beim Meistersinger-Wettbewerb ist auch Publikum dabei. Die Besucherinnen und Besucher vergeben einen Publikumspreis. Sie bekommen dafür weltbekannte Arien von Puccini, Verdi, Strauss und Mozart von Sängerinnen und Sängerinnen zu hören, die entweder studieren oder schon erste Erfahrungen auf den Bühnen dieser Welt gemacht haben. Ein Besucher raunt seiner Begleiterin zu: "Bei Mozart trennt sich die Spreu vom Weizen." Ob der Künstler oder die Künstlerin gefällt oder nicht, muss das Publikum erst einmal für sich behalten. Denn beim Wettbewerb ist Applaudieren verboten, um Jury und Teilnehmer nicht zu stören.

    Siegerinnen und Sieger des Finales

    Die Südkoreanerin Narea Son hat bei dem internationalen Meistersinger-Wettbewerb des Staatstheaters Nürnberg den 1. Preis gewonnen. Die 31-Jährige Sopranistin erhält damit die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Den 2. Preis in Höhe von 6.000 Euro erhält die kanadische Mezzosopranistin Simone McIntosh. Sie bekommt zusätzlich einen Sonderpreis im Wert von 5.000 Euro. Den dritten Platz machte der Tenor Sungho Kim und erhält somit 4.000 Euro. Den Publikumspreis 2022 hat die Sopranistin Carolina Lopez Moreno gewonnen. Im Finale mussten sich zuletzt elf Sängerinnen und Sänger beweisen. Neben Simone McIntosh, bekommt auch Changdai Park einen Sonderpreis. Die schwedische Sopranistin Karolina Bengtsson erhält außerdem den Nachwuchspreis. Eine Aufzeichnung des Finalkonzerts vom Mittwochabend sendet BR-Klassik am 6. und 13. August ab 13.05 Uhr in der Sendung „Cantabile“.

    Preisträger-Konzert auf dem Hauptmarkt

    Finanziert und gefördert wird der Wettbewerb ausschließlich durch Unterstützerinnen und Unterstützer, Sponsoren und Mäzene. Die Jury vergibt sechs Preise, der erste ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Gewinner des Wettbewerbs zeigen sich in Nürnberg noch einmal auf der richtig großen Bühne: Am Donnerstag (28.07.22) treten die Preisträgerinnen und Preisträger zusammen mit den Nürnberger Philharmonikern um 20.00 Uhr auf dem Hauptmarkt auf. Das Open-Air-Konzert ist umsonst. Jury-Präsident Siegfried Jerusalem setzt auf gutes Wetter und gute Stimmung. "Dann wird das schon", sagt er und lächelt.

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