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Es ist derzeit das größte Bauprojekt der Stadt Coburg: das "Globe".

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Großbaustelle "Globe": Die Feinheiten sind die Streitpunkte

Großbaustelle "Globe": Die Feinheiten sind die Streitpunkte

Das "Globe" in Coburg soll die Ausweichspielstätte für das sanierungsbedürftige Landestheater werden. Während die Bauarbeiten im Zeitplan liegen, wird hinter den Kulissen kräftig über letzte Planungs-Details gestritten.

Es ist derzeit das größte Bauprojekt der Stadt Coburg. Das "Globe" soll ein Theater nach britischem Vorbild werden und in den kommenden Jahren die Heimat des Landestheaters sein. Mehr als 30 Millionen Euro werden investiert, im vergangenen Dezember wurde das Richtfest gefeiert. Doch nicht jedem gefallen die aktuellen Planungen.

Architekten haben schlaflose Nächte

Die Gedanken von Architekt Marcel Ebert kreisen um jedes noch so kleine Detail. "Das 'Globe' soll perfekt werden", sagt er, aber auch die Kosten müsse man im Blick haben. Ein mit Publikum besetzter Stuhl darf beispielsweise in einem Konzert den Raumklang nicht anders darstellen als ein leerer Stuhl. Auch auf die Deckenverkleidung komme es an. Die Optik muss stimmen, aber natürlich sollten auch die Akustiker grünes Licht geben, sagt Ebert.

Kritiker bemängeln optische Erscheinung

4.000 Kubikmeter Holz, größtenteils aus dem süddeutschen Raum, wurde bereits verbaut. Auch die Außenfassade des "Globe" besteht aus Fichte. Doch das Holz muss aufgrund der Witterungseinflüsse lasiert werden. Es müsse viele Jahre halten, sagt der Bauverantwortliche der Stadt Coburg, Peter Cosack: "Wir haben die Nähe zur Itz, die stark befahrene Straße, die Bahnlinie, all das haben wir einfließen lassen". Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass an einer Lasur nichts vorbeiführe. Kritiker des Schutzbeschichtung hätten gerne die Farbtöne der Fichte gesehen, der Stadtrat hat sich allerdings inzwischen für eine graue Lasur des Holzes ausgesprochen.

Nicht alle Wünsche können erfüllt werden

Neben dem Architekten mahnt auch Peter Cosack, dass man die Kosten im Blick behalten müsse: "Hier wird mit Steuergeldern gearbeitet". Experten gehen davon aus, dass ohne Lasur im Zeitraum von vier Jahren das Holz gestrichen werden müsste und somit Kosten im sechsstelligen Bereich entstünden. Stolz sind die Verantwortlich auf das, was sie bisher geschafft haben, auch wenn nicht alle Wünsche berücksichtig werden konnten. Das "Globe" wird mit der neuesten Technik ausgestattet sein. Die Bühne kann abgesenkt werden, genauso wie die Bestuhlung, die dann in den Tiefen des "Globe" verschwindet, sodass nach der Nutzung als Theater auch einmal Musik- oder Tanzveranstaltungen stattfinden können.

Sondersitzung des Stadtrats in Coburg

Nach wie vor wird kontrovers über die Gestaltung der Außenanlage rund um das "Globe" diskutiert. In der kommenden Woche trifft sich der Coburger Stadtrat zu einer Sondersitzung, um zu besprechen, wie die Außenflächen gestaltet werden sollen.

Auch hier spielen die Kosten eine maßgebliche Rolle. Zwar kommen zehn Millionen Euro der Gesamtkosten für den Neubau vom Freistaat Bayern und weitere drei Millionen von Coburger Unternehmen – den Großteil muss allerdings die Stadt Coburg aufbringen.

"Globe": Landestheater-Ersatz für zehn Jahre

Nach dem Auszug aus dem Landestheater und dem Einzug in das bis dahin hoffentlich fertig gestellte "Globe", werden die Aufgaben und Probleme sicher nicht kleiner. Die neue Spielstätte, die für viele Jahre genutzt werden soll, muss für den Spielbetrieb vorbereitet werden. Sollte die Schlüsselübergabe für das "Globe" im Oktober 2022 klappen, könnte eine Eröffnung im ersten Quartal 2023 stattfinden. Inzwischen gehen Experten auf Grund der aktuellen Bausituation davon aus, dass das Landestheater für mindestens zehn Jahre seine Heimat im "Globe" finden wird. Die Sanierungskosten für das Landestheater werden auf rund 200 Millionen Euro geschätzt.

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