BR24 Logo
BR24 Logo
Kultur

Grammys: Der Abend der Frauen und von Kobe Bryant | BR24

© BR

Es soll eine der glamourösesten Musikveranstaltungen des Jahres werden, doch in diesem Jahr war alles etwas anders. Denn die Grammys wurden von einem Skandal um die Präsidentin überschattet und von dem Tod des ehemaligen Basketballstars Kobe Bryant.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Grammys: Der Abend der Frauen und von Kobe Bryant

Es soll eine der glamourösesten Musikveranstaltungen des Jahres werden, doch in diesem Jahr war alles etwas anders. Denn die Grammys wurden von einem Skandal um die Präsidentin überschattet und von dem Tod des ehemaligen Basketballstars Kobe Bryant.

Per Mail sharen

"Tonight is for Kobe!" – "Diese Nacht ist für Kobe!" mit diesen Worten eröffnete die Sängerin Lizzo die 62. Grammys. Der Abend war überschattet von dem Tod des Basketballspielers, seiner Tochter und sieben weiteren Opfern, die bei einem Hubschrauberabsturz in Los Angeles ums Leben gekommen waren.

Grammy-Show an Basketballstar Kobes Wirkungsstätte

Moderatorin Alicia Keys hatte die schwere Aufgabe, den Abend mit der erschütternden Nachricht zu beginnen und zu einer glamourösen Awardshow überzuleiten. "Wir stehen hier mit gebrochenem Herzen in dem Haus, das Kobe Bryant erbaut hat", erklärte sie im Staples Center stehend, in dem Kobe Bryant mit den LA Lakers seine Karriere verbrachte.

Skandal um Grammy-Präsidentin und die #MeToo-Debatte

Die grundsympathische Sängerin beschwor den heilenden Geist der Musik, ohne kitschig zu werden und schaffte es außerdem, andere heikle Themen anzusprechen, die die Grammy Akademie beschäftigt hatten. Deren Präsidentin Deborah Dugan war zuvor wegen Kritik an ihrem Führungsstil freigestellt worden.

Dugan, die eigentlich für mehr Diversität in der mehrheitlich männlich geprägten Akademie sorgen sollte, beklagte unter anderem Missmanagement. Weg vom alten System, für mehr Diversität - das wünschte sich Moderatorin Alicia Keys, und tatsächlich war es ein Abend, bei dem viele Frauen im Mittelpunkt standen. Vor allem eine Frau – und zwar fünf Mal:

"And the Grammy goes to … Billie Eilish"

Die 18-jährige Billy Eilish war die große Gewinnerin des Abends – sie erhielt Auszeichnungen als beste neue Künstlerin, für das Album des Jahres, und der Song "Bad Guy" wurde als Song des Jahres ausgezeichnet. Eilish schreibt und produziert ihre Musik zusammen mit ihrem Bruder Finneas. Er räumte noch einmal sechs Grammys ab – und sagte, sie machten eigentlich immer noch Musik in ihrem Kinderzimmer. Auf der Bühne sangen sie eine feinfühlige Version ihres Songs "When the Party's Over."

Standing Ovations für Ex-Junkie Demi Lovato

Zu den emotionalsten Momenten gehörte der Auftritt von Demi Lovato. Die Sängerin war 2018 fast an einer Überdosis Heroin gestorben. Nun ist sie nach eigener Aussage clean - das Publikum zollte ihr Respekt mit Standing Ovations.

Michelle Obama gewinnt Hörbuch-Grammy

Die Grammys werden in 84 Kategorien vergeben. Weil das zu viele für eine Awardshow sind, werden viele Preise schon im Vorfeld hinter den Kulissen vergeben. Unter anderem gewann die ehemalige First Lady, Michelle Obama, einen Preis für die Audiobuchversion ihrer Biografie "Becoming".

Grammy für NDR Big Band

Auch die Preise in den Kategorien, Klassik, Jazz oder Oper werden nicht im Scheinwerferlicht vergeben – hier hatten sich auch einige Deutsche Hoffnungen gemacht – leider vielfach umsonst. Die NDR Big Band als Begleitung des US-Jazztrompeters Randy Brecker gewann einen Grammy in der Kategorie "Bestes improvisiertes Jazz-Solo" für "Sozinho" auf seinem Album "Rocks".

Die WDR Big Band wurde in der Kategorie beste instrumentale Komposition von Komponist John Williams geschlagen. Auch Hans Zimmer und Dirigent Christian Thielemann waren nominiert, gingen aber leer aus.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!