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© Birmingham Opera Company (Bearbeitung: BR24)
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Er wurde 67 Jahre alt: Opernregisseur Graham Vick ist in seinem Haus an den Folgen einer Covid-Erkrankung gestorben

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    Graham Vick: Berühmter Opernregisseur stirbt an Corona-Folgen

    Man sei am Boden zerstört, heißt es von der Birmingham Opera Company: Der Künstlerische Leiter des Hauses ist tot, gestorben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Vick war Opernregisseur von Weltrang – und hatte auch in München gearbeitet.

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    • BR24 Kultur

    Seine eigene Oper gegründet zu haben – wer kann das schon von sich behaupten? Graham Vick konnte.

    Er rief 1987 die "Birmingham Opera Company" ins Leben – jenes Haus also, das nun tief betroffen seinen Tod verkündet hat. In Birmingham wirkte er mit seinen Aufführungen in die Stadtgesellschaft hinein, als andere von so etwas noch nicht einmal träumten, spielte im Kraftwerk, im Nachtclub und im Flugzeughangar. Die Royal Philharmonic Society Großbritanniens sieht darin den Kern seines Lebenswerks: "His work putting communities at the heart of sensational opera" – Gemeindearbeit und große Kunst in einem.

    Erfahren – und doch radikal

    Zuvor hatte Vick bereits die Schottische Nationaloper geleitet. Auch beim Festival von Glyndebourne war er Chef – und lange Jahre danach dort immer noch gern gesehener Gastregisseur. Seine Qualitäten bringt etwa die Deutsche Oper in Berlin so auf den Punkt: Unglaublich erfahren – und doch immer noch radikal und provokant.

    Das brachte ihm Engagements an den besten Häusern ein, an der Scala genau so wie am Royal Opera House in London. Und natürlich an der Deutschen Oper selbst: An seinen "Tristan" dort erinnern sich noch viele.

    In München inszenierte er 2001 "Die Trojaner", einen monumentalen Fünfakter von Berlioz – ansonsten waren seine Arbeiten im deutschsprachigen Raum eher selten zu sehen.

    Noch vor einem halben Jahr wurde Graham Vick für seine Verdienste zum Ritter geschlagen. Nun sein überraschender Tod am Samstag – der Englands Nationaloper "tieftraurig" macht und die Royal Philharmonic Society an die Opernfreunde appellieren lässt: "Wir müssen uns alle bemühen, seinem Beispiel zu folgen und seine Arbeit fortzusetzen."

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