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Gottesdienste: Neue Beschränkungen für religiöse Angebote | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Matthias Rietschel

Herkömmliche Masken reichen künftig nicht aus: Im Gottesdienst gilt nun eine FFP2-Maskenpflicht.

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    Gottesdienste: Neue Beschränkungen für religiöse Angebote

    Auch Gottesdienstbesucher müssen künftig in Bayern FFP2-Masken tragen. Das hat gestern die bayerische Staatsregierung beschlossen. Und es gibt noch weitere Corona-Vorschriften für Kirchen, Synagogen und Moscheen, die es zu beachten gilt.

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    Von
    • Barbara Weiß

    Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm begrüßt die Entscheidung der Staatsregierung für eine FFP2-Maskenpflicht in Gottesdiensten. Die evangelische Kirche will die Bemühungen der Politik nach Kräften unterstützen.

    "Deswegen haben wir bereits eine dringende Empfehlung an die Gemeinden gegeben, in Zukunft nur noch FFP2-Masken zum Schutz im Gottesdienst zu verwenden. Die jetzt beschlossene Verpflichtung rennt deshalb offene Türen bei uns ein." Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

    Anmeldepflicht für Gottesdienste – mit Ausnahmen

    Neu vorgeschrieben ist auch eine Anmeldepflicht für Gottesdienste mit mehr als zehn Teilnehmern, mindestens 48 Stunden vorher. Davon ausgenommen sind nach Angabe des bayerischen Gesundheitsministeriums Gottesdienste der katholischen und evangelischen Kirche.

    "Abgesehen von der Verpflichtung zum Tragen von FFP2-Masken, ändert sich für uns nichts, denn unsere strengen Hygienekonzepte sind ja bereits eng mit der Staatsregierung abgestimmt." Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

    Infektionsschutz offiziell abstimmen

    Den Infektionsschutz offiziell abstimmen mit der Staatsregierung – diese Möglichkeit steht auch allen anderen Glaubensgemeinschaften offen, so das Ministerium. Dann sei keine Anmeldung der einzelnen Gottesdienste mehr notwendig.

    Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern etwa hat bereits entsprechende Absprachen mit der Staatregierung getroffen. Alles was über das reguläre Gottesdienstangebot hinausgeht, liegt in der Verantwortung der einzelnen Gemeinden, sagt auch Christoph Klingan, Generalvikar des Erzbistums München und Freising: "Das müssen die Gemeinden dann selber mit dem Landratsamt vor Ort klären. Aber ich denke, dass diese Regelung der bayerischen Staatsregierung eher auf andere christliche Gemeinschaften wie etwa Freikirchen abzielen."

    Freikirchen wehren sich gegen Generalverdacht

    Denn immer wieder kam es gerade nach Gottesdiensten von Freikirchen zu Corona-Ausbrüchen. Dass sich einzelne Gemeinden "an keine Regeln hielten", werde "nicht länger geduldet", sagte auch der nordrheinwestfälische Ministerpräsident Armin Laschet. Peter Christian Soltau von der Evangelischen Allianz München, einem Zusammenschluss von Freikirchen wehrt sich gegen einen Generalverdacht:

    "Die Fälle, von denen wir gehört haben, haben bei uns ein einhelliges Entsetzen ausgelöst und sind in keinster Weise auf Zustimmung gestoßen, sondern auf eine große Verständnislosigkeit. Das ist also sicher nicht etwas, was wir hier in München erleben wollen und wofür wir als Freikirchen stehen." Peter Christian Soltau, Evangelischen Allianz München

    Größten Probleme: vor und nach dem Gottesdienst

    Im Münchner Evangeliumszentrum beispielsweise, der Gemeinde von Peter Christian Soltau, wird bis Ende Februar generell auf Präsenzgottesdienste verzichtet und nur auf Streaming gesetzt. Aus Verantwortung gegenüber Gläubigen und Mitarbeitern.

    Die größten Probleme, sagt Soltau, tauchen eigentlich auf, wenn der Gottesdienst vorbei ist oder auf dem Weg dorthin: "Natürlich freuen sich die Leute, dass sie sich begegnen und sehen, und sie wollen sich unterhalten." Was jedoch auf dem Parkplatz vor der Kirche passiert, entziehe sich seinen Kontroll-Möglichkeiten.

    Die aktuellen Vorschriften gelten ab sofort und sind vorerst zeitlich nicht befristet.

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