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Goldene und Silberne Bären in einer Reihe

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    Goldener Bär geht an den rumänischen Regisseur Radu Jude

    Den Goldenen Bären für den Besten Film bekam Radu Jude für seinen Film "Bad Luck Banging or Loony Porn". Maren Eggert räumte den Silbernen Bär als Beste Schauspielerin ab. Die offizielle Preisverleihung vor Publikum ist für Juni geplant.

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    • BR24 Kultur

    Die internationale Jury verkündete die Entscheidung für den Film des rumänischen Filmemachers Radu Jude per Videoschalte. Der Siegerfilm ist eine experimentelle Satire. "Bad Luck Banging or Loony Porn" erzählt von einer Lehrerin, die wegen eines privaten Sexvideos in Schwierigkeiten gerät. Auch die Corona-Pandemie spielt in dem Werk explizit eine Rolle.

    Fängt auf der Leinwand "den Augenblick menschlichen Daseins" ein

    Die Jury begründete die Entscheidung in der Videoschalte damit, dass der Film "die seltenen und grundlegenden Eigenschaften eines beständigen Kunstwerks" besitze. Er fange auf der Leinwand "den eigentlichen Gehalt, die Quintessenz, Geist und Körper, die Wertvorstellungen und das nackte Fleisch unseres gegenwärtigen Augenblicks ein. Genau dieses Augenblicks menschlichen Daseins." Weiter hieß es, er tue das, indem er den Zeitgeist heraufbeschwöre, "ihn ohrfeigt, zum Duell herausfordert".

    Der ungarische Filmemacher Dénes Nagy wurde mit dem Silbernen Bären für die Regie beim Anti-Kriegs-Film "Natural Light" ausgezeichnet. Laut Jury eine Erzählung, die über ihren geschichtlichen Zusammenhang hinausweise. Das Spielfilm-Debüt des Dokumentarfilmers Nagy stellt die Frage nach der Schuld in Zeiten des Krieges.

    Maren Eggert hat den wichtigsten Schauspielpreis des Festivals abgeräumt: Die 47-Jährige erhielt den Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle. In der Tragikomödie "Ich bin dein Mensch" von Maria Schrader spielt sie eine Wissenschaftlerin, die sich in einen humanoiden Roboter verliebt. Die Begründung der Jury: "Sie erschuf eine unvergessliche Figur, mit der wir uns identifizieren können – was uns dazu bringt, über unsere Gegenwart und unsere Zukunft nachzudenken, über unsere Beziehungen und darüber, was wir wirklich im Leben wollen."

    Der Silberne Bär für die Beste Schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle geht an Lilla Kizlinger in "Forest – I See You Everywhere" von Bence Fliegauf. Weitere Silberne Bären vergab die Jury an Ryusuke Hamaguchi für "Wheel of Fortune and Fantasy" (Großer Preis der Jury) und Maria Speth für ihren Dokumentarfilm "Herr Bachmann und seine Klasse" (Preis der Jury). Für das beste Drehbuch wird der Koreaner Hong Sangsoo für "Introduction" ausgezeichnet. Der Silberne Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung geht an Yibran Asuad für die Montage von "Una pelicula de policias" (A Cop Movie) von Alonso Ruizpalacios.

    Offizielle Verleihung vor Publikum im "Berlinale Summer Special"

    Wegen der Corona-Pandemie fanden die Internationalen Filmfestspiele Berlin in einem ersten Teil für die Vertreter der Filmbranche ausschließlich online statt. Die offizielle Berlinale-Preisverleihung der Goldenen und Silbernen Bären soll im zweiten Teil im Rahmen des "Berlinale Summer Special" im Juni vor Publikum stattfinden.

    Insgesamt gingen in diesem Jahr 15 Wettbewerbsfilme ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. Davon kamen fünf Beiträge aus Deutschland.

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