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Golden Globes 2020: And the Oscar goes to...? | BR24

© picture-alliance/dpa

Die Golden Globes sind vergeben – aber was heißt das für die anstehenden Oscar-Nominierungen?

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Golden Globes 2020: And the Oscar goes to...?

Die Aufregung im Vorfeld war groß, dann löste sie sich in Luft auf: Im Filmsegment hat Netflix die Golden Globes mit 17 Nominierungen klar dominiert. Am Ende gab es nur eine Auszeichnung. Aber was heißt das für die anstehenden Oscar-Nominierungen?

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Ricky Gervais hat seinem berühmt-berüchtigten Ruf mal wieder alle Ehre gemacht. Zum fünften Mal moderierte der Brite die Golden Globes und teilte ohne Rücksicht auf politische Korrektheit aus. Selbst der Gastgeber musste dran glauben. Die Hollywood Foreign Press Association bezeichnete er als "vegetables" – was nicht nur das englische Wort für Gemüse ist, sondern eine umgangssprachliche Beleidigung für Menschen mit eingeschränkter Gehirnfunktion. Ein Seitenhieb auf die Altersstruktur der rund 90 Mitglieder, die bestimmen, wer einen Golden Globe verliehen bekommt.

Zweifel an der Entscheidungsfähigkeit der Jury wurden nach der Gala zwar nicht laut, aber einige Überraschungen gab es dennoch. Die größte war mit den Netflix-Produktionen verbunden. Diese galten als klare Favoriten, was Ricky Gervais in seiner Eröffnungsrede noch zynisch kommentierte: "Niemand interessiert sich mehr für Filme. Niemand geht ins Kino. Niemand schaut fern. Alle schauen Netflix! Ich sollte bei dieser Verleihung einfach nur rauskommen und sagen: Toll gemacht, Netflix, du gewinnst. Alles. Gute Nacht!"

Am Ende geht Netflix fast leer aus

Dass der Streaminganbieter im bei den Globes ebenfalls ausgezeichneten Seriensegment regelmäßig nominiert wird? Ist nichts Neues. Die Dominanz im Filmbereich hingegen schon. Mit 17 Nominierungen ist Netflix dieses Jahr ins Rennen gegangen – überreicht wurde letztlich nur ein Award: Er ging an Laura Dern, die für ihre Rolle in dem Beziehungsdrama "Marriage Story" als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde.

Komplett leer aus ging somit der nicht nur von Ricky Gervais gefeierte "The Irishman". Das Mafia-Epos von Martin Scorsese zählte zu den Favoriten in den Bereichen Beste Regie und Bestes Drama. In beiden Kategorien gewann Sam Mendes mit seinem Weltkriegsdrama "1917", das kommende Woche bei uns ins Kino kommt: Ein Leinwandspektakel, das vor allem auf technischer Ebene fasziniert – denn der Historienfilm suggeriert, dass er in einer ununterbrochenen zweistündigen Kamerafahrt aufgenommen wurde.

Da die Golden Globes seit Jahrzehnten als Indikator für die Oscar-Nominierungen gelten, werden Scorsese und Mendes mit ziemlicher Sicherheit auch im Februar wieder gemeinsam an einer Award Gala teilnehmen. Dass "The Irishman" eine Netflix-Produktion ist, sollte kein Hindernis darstellen. Schließlich wurde im vergangenen Jahr auch Alfonso Cuaróns "Roma" nominiert und am Ende mit drei Oscars ausgezeichnet, darunter dem für die Beste Regie. Wünschenswert wäre jedoch, dass bei den Oscar-Nominierungen der größte Fehltritt der diesjährigen Globes vermieden wird: Dieses Jahr wurde keine einzige Regisseurin nominiert.

Kandidatinnen gibt es einige, zum Beispiel Greta Gerwig und ihre Literaturverfilmung "Little Women". Wen die Academy nominiert, erfahren wir am 13. Januar.

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