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Kultur

Glacier 3000 Air Show – Balanceakt für die Kultur | BR24

© picture alliance/KEYSTONE

Glacier 3000 Air Show: Akrobat Ramon Kathriner in einem sogenannten Todesrad in luftiger Höhe

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Glacier 3000 Air Show – Balanceakt für die Kultur

Mit spektakulären Kunststücken machten Artisten in den Schweizer Alpen diese Woche auf die Situation von Künstlern und Veranstaltern aufmerksam. Die "Glacier 3000 Air Show" war all jenen gewidmet, die während der Krise nicht auftreten konnten.

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Sie tanzten über den Wolken, um auf die prekäre Lage der Künstler aufmerksam zu machen. Auf 3.000 Metern Höhe zeigten sie ihre Kunststücke, sprangen und drehten sich im eiskalten Wind, und spazierten blind über die Seilbahn. Betrachtet man die Lage der Kultur- und Veranstaltungsbranche, wird einem in der Tat schwindelig: Viele Künstler und Veranstalter stehen tatsächlich vor dem Abgrund. Umso symbolischer wirkte der mutige Balanceakt im Skigebiet bei Les Diablerets.

An der Aktion beteiligte sich auch Freddy Nock, der berühmte Drahtseilkünstler, der dort drei neue Weltrekorde aufstellte. Zudem führte die Akrobatin Sheila Nicolodi in schwindelerregender Höhe einen spektakulären Stangentanz auf, Ramon Kathriner sprang waghalsig und elegant im Todesrad, und David Maillard hing an einem Gummiband unter einer Gondelkabine. So setzte Kunst aus höchster Höhe Zeichen.

Drahtseilkünstler Freddy Nock und seine drei neuen Weltrekorde

Für Freddy Nock war das Event in den Alpen ein Höhenflug. Der Hochseilartist triumphierte bereits zuvor mit 22 Weltrekorden, nun verzeichnete er drei weitere: Das Stahlseil zwischen zwei Bergstationen von 1.546 und 3.000 Metern Höhe wurde zur Bühne. Sein Ziel war es, bei einer Neigung von mehr als 39 Grad auf einem Seilbahnkabel eine Distanz von 40 Metern zurückzulegen. Den zweiten Weltrekord absolvierte er mit dem Fahrrad auf dem Drahtseil.

"Ich glaube, das ist die höchste Fahrradtour auf einer Seilbahn, und die Tiefe war auch ein Rekord!", sagte Nock. Als sei es ihm eine Leichtigkeit, fuhr er 367 Meter auf einer nie zuvor erreichten Höhe von fast 176 Metern. Und als sei dem nicht genug, balancierte der Künstler auch noch eine lange Strecke mit verbundenen Augen in einer Höhe von 200 Metern. Der Akrobat sammelte seine Rekorde ohne jegliche Sicherung und bezeichnete den Höhentanz selbst als den "schwierigsten seiner gesamten Karriere".

Die "Glacier 3000 Air Show" wurde von dem Schauspieler und Jazzmusiker Troy Anderson präsentiert. Es war ein beeindruckendes Spektakel – und der Appell von Künstlern für Künstler im Balanceakt der Krise. Am 27. Juni öffnet der Glacier 3000 wieder für Touristen. Die Erinnerung an die Tänzer aus höchster Höhe bleibt. Kulturschaffende befinden sich jedoch noch immer weltweit im freien Fall, und so balanciert die Branche tapfer weiter durch die Krise. Doch der Hochseil-Artist Freddy Nock ist überzeugt: "Es ist gut, dass wir jetzt nicht aufgeben, positiv denken und nach vorne blicken. Es ist gerade eine schwierige Zeit, aber es wird besser werden!"

© picture alliance/KEYSTONE / BR

Schwindelerregend: Die "Glacier 3000 Air Show"

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