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"Ich tu' halt so, als wäre der Zustand jetzt eine Auszeit" | BR24

© BR/Martina Bogdahn

Kabarettistin Luise Kinseher

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    "Ich tu' halt so, als wäre der Zustand jetzt eine Auszeit"

    Als Mary von Bavary geht Luise Kinseher in den Keller, wenn sie in Corona-Zeiten mal was anderes sehen will als daheim. Ein Gespräch über digitalen Wandel im Kabarett, wie man die Situation besser meistert - und das Krisenmanagment von Markus Söder.

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    Wer in sich ruht, ist überall daheim, sagt Mary von Bavary, die mit dem ständigen Gerede von “Heimat, Heimat, Heimat”, wie sie auch sagt, nicht so viel anfangen kann. Neuerdings ist man ja nun vor allem zuhause daheim. Zum Beispiel mit der BR-Kulturbühne. Dort ist auch Mary von Bavary alias Luise Kinseher anzutreffen, Kabarettistin, Schauspielerin und langjährige Mama Bavaria am Nockherberg. Judith Heitkamp hat mit der Kabarettistin gesprochen.

    Judith Heitkamp: Mary von Bavary geht in den Keller, wenn sie in Corona-Zeiten mal was anderes sehen will als daheim. Da werden die Clips dann auch aufgenommen - wirklich in Ihrem Keller?

    Luise Kinseher: Das ist in der Tat ein Privatkeller.

    Wie ist es bei Ihnen, bräuchten Sie öfter mal Tapetenwechsel oder kommen Sie gut klar mit dem Zuhause sein zu Corona Zeiten?

    Ich komme wirklich gut klar damit. Ich bin in der komfortablen Situation, dass es für mich nicht so neu ist. Immer wenn ich ein neues Programm schreibe, ist das mit einem Rückzug verbunden, wenn auch in dem Fall mit einem freiwilligen Rückzug. Ich tu' halt ein bisschen so, als wäre der Zustand jetzt eine Auszeit, die ich kreativ nutzen kann. Am Ende ist es natürlich doch was anders - aber wie jeder versucht, das Beste draus zu machen, so tu' ich das auch.

    Eigentlich hätten Sie Kabarett-Auftritte und Filmdrehs. Denken Sie da lieber nicht daran?

    Es ist immer leichter, wenn man nicht daran denkt, was einem gerade entgeht. Das ist generell so ein kleiner Trick, den man anwenden kann, damit man irgendwie die gute Laune behält. Auf das schauen, was man jetzt grad hat und meistert.

    Man hat eine Menge an digitaler Kultur – zum Beispiel bei uns auf der BR-Kulturbühne.

    Ja, das schafft man ja alles gar nicht! Wenn ich mir anschaue, was jetzt alles im Netz unterwegs ist, frage ich mich, was ich sonst immer alles nicht sehe. Wenn man jeden Abend selbst auf der Bühne steht, kann man ja nicht alles in den Kammerspielen und im Resi verfolgen.

    Jetzt geht's! Sind Sie gut mit digitalen Tools? Sie haben einen Instagram-Account und ein Twitter-Account.

    Ich bin nicht perfekt, ich bemühe mich. Ich bin ja noch analog aufgewachsen. Aber ich versuche auch, die Zeit jetzt dafür zu nutzen, immer besser zu werden.

    Als Kabarettistin nehmen Sie Gesellschaft und Regierung aufs Korn. Was reizt Sie im Moment mehr - die Gesellschaft, die so geräuschlos den Ausnahmezustand exekutiert, oder die Regierung, die mit kraftvollen Maßnahmen im Politbarometer punktet?

    Die Themen sind sehr breit. Ich habe mich eigentlich hauptsächlich mit den gesellschaftlichen Veränderungen auseinandergesetzt. Aber erst gestern dachte ich, ich muss unbedingt wieder in den Keller und eine neue Mary machen. Und das Verhalten von Markus Söder kommentieren, der immer einen Tag nach dem Herrn Kurz in Österreich immer ungefähr dasselbe sagt, nur dann auf Bairisch.

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