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Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg hat coronabedingt geschlossen. Gearbeitet wird trotzdem. So werden Objekte fotografiert und digitalisiert. Und die Mitarbeiter bereiten alles vor, um schnell wieder öffnen zu können.

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Germanisches Nationalmuseum bereitet Öffnung nach Corona vor

Noch sind die Museen in Deutschland wegen des Lockdowns geschlossen. Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg ist trotzdem viel zu tun. Dort laufen die Vorbereitungen für einen Neustart nach Corona.

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Von
  • Susanne Nüsslein

Kunsthistorikerin Birgit Schübel legt eine farbige Lunge aus Holz in einen kleinen Karton. Das stilisierte Organ ist ein Votiv, eine Opfergabe, mit deren Hilfe die Gläubigen im 19. Jahrhundert für eine gesunde Lunge beteten. Die Lunge ist ein Ausstellungsstück in der Abteilung Volkskunde im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (GNM), das nun ins Depot wandert. Denn die Abteilung für Volkskunde wird derzeit aufgelöst und neu konzipiert. Wegen des Lockdowns hat Birgit Schübel dafür mehr Zeit als wenn die Museumstüren geöffnet wären.

"Die Coronazeit spielt uns in die Karten. Wir können auf mehr Personal zurückgreifen als sonst und müssen auch keine Fragen von Besuchern beantworten." Birgit Schübel, Kunsthistorikerin im Germanischen Nationalmuseum

Die vielen Leute werden gebraucht, denn alle 27.000 Exponate der Abteilung Volkskunde ziehen in das neue, fünfstöckige Tiefdepot des Germanischen Nationalmuseums.

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Bildrechte: BR/Susanne Nüsslein

Die Abteilung Volkskunst im GNM wird aufgelöst und Exponate wie diese Holzlunge im Depot eingelagert.

Europa kurt mit Thomas Mann: Ausstellung beleuchtet Mythos Davos

Wann das Germanische Nationalmuseum, das größte kulturgeschichtliche Museum im deutschsprachigen Raum, wieder öffnen darf, ist unklar. Bald, hoffen die Verantwortlichen, und nutzen die Zeit, um eine neue Sonderausstellung vorzubereiten: Europa auf Kur: "Der Mythos Davos in Kunst und Literatur" ist der Titel. Mit Zitaten von Thomas Mann geht es hier um die berühmte Liegekur in den Lungenheilanstalten: Eines der großen Exponate zeigt eine typische Liege für die Lungenkur. Zu sehen sind auch Gefäße, in die betuchte Lungenkranke möglichst elegant spucken konnten.

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Bildrechte: BR/Susanne Nüsslein

Ein Liegestuhl aus dem Lungenheilort Davos. Nach dem Lockdown soll es in einer Sonderausstellung im GNM um die Kur zu Zeiten Thomas Manns gehen.

Entdeckung: Zeigt Kirchner-Aquarell Thomas Mann auf Kur?

Eigentlich hätte die Ausstellung bald öffnen sollen – doch die coronabedingte Verzögerung war für Kurator Tilo Grabach ein Glücksfall. Denn so war es ihm möglich, noch ein Aquarell von Ernst Ludwig Kirchner aus einer Privatsammlung in die Ausstellung zu nehmen. Es zeigt Thomas Mann – wahrscheinlich. Eine echte Entdeckung. „Es war bisher nicht bekannt, dass sich Mann und Kirchner jemals begegnet sind“, berichtet Grabach. Deshalb habe er das Aquarell gerne in die Ausstellung aufgenommen.

GNM nutzt Coronazeit zur Digitalisierung von Exponaten

Auch in der Barockabteilung des Germanischen Nationalmuseums wird derzeit gearbeitet. Hier ist ein kleines Fotostudio aufgebaut. Fotografin Monika Runge fotografiert bemalte Porzellanfiguren aus dem 18. Jahrhundert. Mehr als 100.000 Exponate sind bereits digitalisiert. Täglich werden es mehr, denn Monika Runge wird von einer Kollegin unterstützt, die normalerweise in der Saalaufsicht eingesetzt wird. "Wir kommen sehr gut voran, viel schneller als vorher", freut sich die Fotografin.

Museumsbesuch im Moment nur digital möglich

Bis das Germanische Nationalmuseum wieder öffnet, bleibt den Besucherinnen und Besuchern nur eine Visite auf der Internetseite. Dort ist der Fundus des GNM zu besichtigen – aber eben nur digital. Das Team arbeitet daran, dass die vielen Schätze im Museums bald wieder vor Ort bestaunt werden können.

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