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Gerhard Richter zieht sich aus der Malerei zurück | BR24

© pa/dpa

Mit den neuen Kirchenfenstern für Tholey beendet Gerhard Richter sein malerisches Werk.

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Gerhard Richter zieht sich aus der Malerei zurück

Seine Fotoübermalungen machten Gerhard Richter berühmt. Mit 88 Jahren kündigt der erfolgreichste deutsche Künstler nun das Ende seiner aktiven Malerkarriere an. Die neuen Kirchenfenster für Tholey sollen sein letztes malerisches Werk sein.

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Alles hat er schon gemalt. Und alles, die schwarz-weißen Fotointerpretationen der 60er Jahre wie die vielen gerakelten, abstrakten Bilder, wie die eigenen Fotos zum Beispiel in seinem "Atlas" im Lenbachhaus München als auch die Fotoübermalungen waren für ihn einfach nur "Bilder". Bewusst hat er die Oberfläche seiner Gemälde immer glatt gehalten: Pinselstriche, Farbschichten wird man fast nie entdecken. Das Bild allein zählt, das Endergebnis. Und jetzt, mit 88 Jahren, hat der erfolgreichste deutsche Künstler Gerhard Richter das Ende seiner aktiven Malerkarriere angekündigt.

Letztes spektakuläres Werk: die Kirchenfenster des Kloster Tholey

Ein spektakuläres Werk, die drei neuen Kirchenfenster im saarländischen Kloster Tholey, sind fertig eingebaut, werden am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt, erhalten im Werkverzeichnis die Nummer 957. Und damit soll es nun also tatsächlich gut sein? Gerhard Richter sagte diese Woche: "Das fängt mit 'Tisch' als Nummer eins an. Und die Fenster haben Nummer 957. Ja. Aus." Wobei man wissen sollte, dass die Arbeiten, die der Künstler noch als "Gerd" Richter bis 1961 in der DDR geschaffen hat, hier nicht mitgezählt werden.

Die aufwändigen Fenster im Saarland wurden in der Bayerischen Hofglasmalerei Gustav van Treeck in München nach Entwürfen des Künstlers in den letzten Monaten gefertigt. Sie haben mit jeweils 1,95 Meter mal 9,30 Meter genau die Maße, die in die gotische Abteikirche St. Mauritius in Tholey passen. "Ich bin erstaunt. Ich hätte mir das nicht träumen lassen, dass das so gut geht", versicherte der Künstler, der selbst aus Gesundheitsgründen nicht zur Enthüllung der Fenster kommt, sie sich aber auf jeden Fall noch ansehen möchte. Gerhard Richter hat der Benediktinerabtei seine Kunst übrigens geschenkt. 2006 hatte schon ein Kirchenfenster Richters für die Südfassade des Kölner Doms weltweit für Schlagzeilen gesorgt.

Vielleicht in Zukunft noch Zeichnungen und "kleinere Sachen"

Gerhard Richters Werke sind auf dem internationalen Kunstmarkt sehr gefragt. Er zählt zu den teuersten Künstlern überhaupt. Dadurch, dass er jetzt keine weiteren Arbeiten mehr hinzufügt, dürften die Preise eher noch steigen. Das ist aber nicht der Beweggrund für seine neue Zurückhaltung. Dass Richter zur Malerei noch einmal zurückkehre, "kann ich mir nicht vorstellen. Da müsste ja ein Wunder geschehen", meinte er gegenüber der Presse. Vielleicht zeichne er noch was "und mache Entwürfe für Ausstellungen. Kleinere Sachen". Also könnte zumindest der "Grafische Werkkatalog" noch ein paar neue Nummern erhalten. Das ist ein schöner Trost für die vielen Fans des Malers Gerhard Richter.

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Nach ihrer Fertigstellung wurden die drei von dem Künstler Gerhard Richter gestalteten Chorfenster erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

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Ausschnitte des ersten eingebauten Richter-Fenster im Chor der Abtei.

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Alle Teile der Abteikirche werden restauriert und auf Hochglanz gebracht.

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Die Abteikirche St. Mauritius in Tholey

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