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Georg-Büchner-Preis geht an Elke Erb | BR24

© ARD / Holger Zimmer

Elke Erb erhält Georg Büchner Preis 2020

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Georg-Büchner-Preis geht an Elke Erb

Die Schriftstellerin Elke Erb bekommt den Georg-Büchner-Preis 2020. Dies teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

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Die Schriftstellerin Elke Erb erhält den diesjährigen Georg-Büchner-Preis, den renommiertesten deutschen Literaturpreis. Mit der Auszeichnung werde ein "unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk" geehrt, teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit. Erb verfasste Kurzprosa und Lyrik, machte sich aber auch als Übersetzerin und Herausgeberin lyrischer Jahrbücher einen Namen. Die 82-Jährige lebt heute in Berlin und in der Oberlausitz.

Jury würdigt prozessuale, erforschende Schreibweise

Erbs "poetischer Sachverstand" zeige sich in ihrer übersetzerischen Arbeit und habe mehrere Generationen von Dichterinnen und Dichter in Ost und West beeinflusst, hieß es zur Begründung. Die Jury würdigte die "prozessuale und erforschende Schreibweise" ihrer Gedichte, in denen Sprache zugleich Gegenstand und Mittel der Untersuchung sei. Erb gelinge es wie keiner anderen, die "Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, indem sie sie herausfordert, auslockert".

Anfänge in der DDR

Elke Erb wurde 1938 in der Eifel geboren und zog 1949 mit der Familie nach Halle in die DDR. Nach einem Studium der Germanistik, Slawistik und Pädagogik arbeitete sie zunächst als Lektorin, bevor sie ab 1966 als freiberufliche Schriftstellerin und Übersetzerin arbeitete. Sie übersetzte hauptsächlich Werke aus dem Russischen. Ihr eigenes Werk umfasst Lyrik, Kurzprosa, prozessuale Texte, Übersetzungen, Nachdichtungen und Herausgaben.

Überwachung durch Stasi

Erbs Debüt "Gutachten, Poesie und Prosa" (1975) folgte "Der Faden der Geduld" (1978). Ihre Arbeit an einer Anthologie "inoffizieller Literatur" und ihr Protest gegen die Ausbürgerung des Bürgerrechtlers Roland Jahn führten zur Überwachung durch den Staatssicherheitsdienst. 1987 veröffentlichte sie den von der Kritik als epochal bezeichneten Band "Kastanienallee. Texte und Kommentare". Zuletzt erschienen von ihr die Gedichtbände "Das Hündle kam weiter auf drein" (2013) und "Gedichtverdacht" (2019).

Erb wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis 1988, dem Ernst-Jandl-Preis 2013 und dem Mörike-Preis der Stadt Fellbach 2018. 2019 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Erb ist elfte Preisträgerin

Der Büchner-Preis zählt zu den wichtigsten deutschen Literaturauszeichnungen und ist mit 50.000 Euro dotiert. Er wird am 31. Oktober Darmstadt verliehen. Vor Erb erhielten seit 1951 zehn Frauen die Auszeichnung. Im vergangenen Jahr wurde der Autor Lukas Bärfuss geehrt. Weitere Preisträger waren unter anderen Carl Zuckmayer (1929), Anna Seghers (1947), Max Frisch (1958), Günter Grass (1965), Peter Handke (1973), Erich Fried (1987), Sarah Kirsch (1996), Wilhelm Genazino (2004) und Terézia Mora (2018).

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