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Ganz großes Kino: Cinecitta in Nürnberg wird 25 | BR24

© BR-Studio Franken/Daniel Peter

Kino-Inhaber Wolfram Weber in einem seiner Kino-Säle

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Ganz großes Kino: Cinecitta in Nürnberg wird 25

23 Kinosäle, Platz für mehr als 4.600 Menschen, Bars und Restaurants: das Cinecitta in Nürnberg gehört zu den bundesweit größten Kinos. Seinen 25. Geburtstag feiert es in schwierigen Zeiten. Doch Inhaber Wolfram Weber ist trotz allem optimistisch.

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Vor 25 Jahren, am 18. Oktober 1995, eröffnete das Cinecitta zum ersten Mal seine Türen. Etwa 18 Monate hatte es gedauert, bis der 52 Millionen D-Mark teure Kinokomplex am Ufer der Pegnitz fertiggestellt war. Mit zehn Kinosälen und einem mehrfach nutzbaren Raum (als Kino und Theaterbühne) startete in Nürnberg damit eine neue Ära – derart große Kinos hatte es hier bisher nicht gegeben. Rund 7.000 Menschen kamen zur Eröffnungsfeier. Den Besuchern gefiel das neue Angebot so gut, dass zwei Jahre nach der Eröffnung drei weitere Kinosäle dazu gebaut wurden.

IMAX-Kino als Zeichen gegen die Konkurrenz

1998 entschied sich Inhaber Wolfram Weber dann, das IMAX-Kino zu bauen. In dieser Zeit herrschte ein Kino-Boom in Deutschland, erzählt er. Viele Investoren dachten, Kino sei lukrativ: Auch in Nürnberg wurde spekuliert, dass ein weiteres großes Kino entstehen würde. Der Bau eines IMAX-Kinos durch eine Investorengruppe aus München stand in der Diskussion. Weber fürchtete, dass dies negative wirtschaftliche Folgen für ihn haben könnte.

"Wir haben dann einfach so eine Vorwärtsstrategie gemacht und haben uns überlegt, wenn wir nochmals erweitern, […] dann schrecken wir andere Investoren ab und das hat auch funktioniert." Wolfram Weber

2001 wurde das rund 30 Millionen Mark teure IMAX-Kino eröffnet. 518 Menschen finden darin Platz, die Leinwand ist 600 Quadratmeter groß. Das Besondere an diesem Kino ist die schwenkbare Kuppelleinwand. Im Zuge des Baus entstanden nochmals drei weitere Kinosäle.

Kuppelleinwand wird nicht mehr genutzt

Die große Kuppelleinwand ist heute nicht mehr im Betrieb. 2010 wurde die Kooperation mit der IMAX-Corporation beendet. Diese, so Wolfram Weber, wollte zunehmend auch große Hollywood- Blockbuster für die Kuppelleinwand anbieten. Für sein Kino sei dies aber nicht wirtschaftlich gewesen. Im IMAX- Kino wurden bis zu diesem Zeitpunkt im Stundentakt Naturdokumentationen gezeigt, darauf sei die Kalkulationen auch ausgelegt gewesen. Mehrstündige Hollywood-Blockbuster wären auch bei voller Auslastung des Saals nicht lukrativ, erzählt Weber. Das IMAX-Kino sei dennoch ein Erfolg. Gerade bei 3D-Filmen wie "Avatar" sei die Größe des Saals ein Vorteil. Dieser Film sei mit 240.000 Besuchern der bis heute meist besuchte im Cinecitta.

Standortvorteil am Pegnitzufer

Das Cinecitta habe mit seiner zentralen Lage am Pegnitzufer und mehreren Parkhäusern in unmittelbarer Nähe einen klaren Standortvorteil gegenüber anderen Kinos und gehört zum Stadtbild von Nürnberg dazu, so Weber.

Mit der Eröffnung vor 25 Jahren hat sich auch die Kinolandschaft in der Umgebung verändert: Andere Kinos kamen durch den Bau in Bedrängnis. Das Atlantik-Kino, bis dato das größte Kino in Nürnberg, musste schließen. Der Admiral-Filmpalast an der Lorenzkirche wurde komplett abgerissen und neu gebaut. Und auch Kinos in Erlangen und der Umgebung mussten mit Besucherrückgängen kämpfen.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Bis heute sei das Cinecitta ein Besuchermagnet, so Wolfram Weber. Man sei bisher relativ gut durch die Krise gekommen. Ein weiterer Lockdown wäre aber ein "Nackenschlag". Trotz der Pandemie und der wachsenden Beliebtheit von Streaming-Diensten wie Netflix und Amazon sieht Weber aber keine große Gefahr. Der Besuch im Kino ist seiner Ansicht nach ein Gruppenerlebnis, bei dem man sich einen Film auf großer Leinwand anschauen möchte und hinterher noch zusammensitzt.

Generationenwechsel steht an

Seit 2017 ist auch seine Tochter in der Geschäftsführung dabei. Nach und nach will sich Wolfram Weber zurückziehen und seiner Tochter die alleinige Geschäftsführung übergeben. Angst, dass er nicht loslassen könne, hat er nicht. Er würde sich "nicht langweilen", wenn er nicht mehr so stark in den Kinobetrieb eingebunden wäre.

© BR

Vor genau 25 Jahren war es soweit: In Nürnberg eröffnete das Cinecitta seine Pforten. 52 Millionen Euro wurden damals investiert, um die ersten zehn Kinosäle zu bauen. Damit war das Cinecitta das größte Kino in Nürnberg.

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