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© Fabio Teixeira/dpa

Brand im Nationalmuseum von Rio

Während für den Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame binnen Stunden Hunderte Millionen Euro zusammenkamen, gibt es für das im September letzten Jahres abgebrannte Nationalmuseum von Rio nach Recherchen der Katholischen Nachrichtenagentur KNA kaum Spenden.

Umgerechnet gerade einmal 225.000 Euro gingen bisher ein, wie die Museumsleitung mitteilte. Der Großteil der Summe stamme aus Deutschland. Das deutsche Auswärtige Amt hatte dem Museum eine Soforthilfe von bis zu einer Million Euro zugesagt. Bisher seien davon 182.000 Euro geflossen. Zudem seinen bisher Privatspenden in Höhe von rund 33.000 Euro eingegangen, von Unternehmen kamen 3.500 Euro. Das britische Konsulat spendete 6.300 Euro. Zu den Spenden kommen noch Hilfsmittel der brasilianischen Regierung im Gesamtwert von rund 3,25 Millionen Euro.

Für Notre-Dame spenden Milliardäre reichlich

Für Brasilien muss es schmerzhaft sein, zu sehen, wie groß die Hilfsbereitschaft anderswo ist: Bereits wenige Stunden nach dem Großbrand der Kathedrale Notre-Dame in Paris spendete der Milliardär Bernard Arnault 200 Millionen Euro für den Wiederaufbau, der Milliardär Francois-Henri Pinault 100 Millionen. Dazu kommen 200 Millionen Euro des L'Oreal-Konzerns sowie 100 Millionen Euro vom Energiekonzern Total. Insgesamt sollen schon 880 Millionen Euro an Spenden bereitstehen.

20 Millionen zerstörte Gegenstände

20 Millionen zerstörte Gegenstände

Wiederaufbau noch nicht begonnen

Der Wiederaufbau von Notre-Dame soll laut dem französischen Präsidenten in fünf Jahren abgeschlossen sein. Derweil sollen an Rios Nationalmuseum, das seit 200 Jahren die brasilianische Geschichte dokumentiert, bis Ende April die Notfallarbeiten mit der Fertigstellung eines provisorischen Dachs beendet werden. Der eigentliche Wiederaufbau des Hauses hat noch nicht begonnen, er soll rund zehn Jahre dauern.

20 Millionen Ausstellungsgegenstände zerstört

Das Feuer zerstörte zwanzig Millionen Artefakte. Paläontologische, botanische, ethnologische und geologische Sammlungen gingen verloren. Auch ägyptische, römische und griechische Artefakte sowie das mit etwa 12.000 Jahren älteste jemals in Amerika gefundene Skelett wurden zerstört. Etwa 2.000 Artefakte seien bisher aus den Ruinen geborgen worden, so die Museumsleitung. Teilweise zerstörte Stücke sollen auch mit der Hilfe von 3D-Druckern ergänzt werden.

Das Feuer war am Abend des 2. September im Auditorium des ehemaligen brasilianischen Kaiserpalastes ausgebrochen. Anfang April hatten die Ermittler mitgeteilt, dass eine defekte Klimaanlage den Brand ausgelöst habe.

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