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Willkommen am ersten Tag des Jahres 1442! Für Muslime auf der ganzen Welt ist heute Neujahr. Die muslimische Zeitrechnung folgt nämlich nicht dem gregorianischen, sondern einem eigenen Mondkalender. Trotzdem: Gefeiert wird eher weniger.

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Frohes Neues! Für Muslime beginnt das Jahr 1442

Willkommen am ersten Tag des Jahres 1442: Für Muslime auf der ganzen Welt ist heute Neujahr. Die muslimische Zeitrechnung folgt nämlich nicht dem gregorianischen, sondern einem eigenen Mondkalender. Trotzdem: Gefeiert wird eher weniger.

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Von
  • Nabila Abdel Aziz

Auf der ganzen Welt rutschen Muslime heute ins neue Jahr: 1442 Jahre nachdem der Prophet Mohammad aus der Stadt Makkah im heutigen Saudi Arabien in die Stadt Medina ausgewandert ist – das ist der Beginn der islamischen Zeitrechnung.

Prophet wandert von Mekka nach Medina aus

"An diesem Tag wanderte der Prophet von Mekka nach Medina aus, da die Umstände für ihn und seine damals noch kleine Gemeinde unerträglich wurden. Und der Tag ist eine Erinnerung an dieses Ereignis, das eine große Bedeutung in der frühislamischen Geschichte hat", erklärt der islamische Theologe Ali Ghandour. Er lehrt an der Universität Münster.

In Mekka wurde die damals noch kleine muslimische Gemeinde verfolgt, teilweise auch mit Gewalt. Die Auswanderung, die sogenannte Hidschra, spiele deshalb eine zentrale Rolle im muslimischen Bewusstsein und in der muslimischen Geschichte. Sie war ein Neuanfang, die es den Muslimen ermöglichte, ihre Glaubenspraxis zu entfalten und auszuleben, sagt Ghandour.

Tag der Auswanderung: Beginn der muslimischen Zeitrechnung

Diese Befreiung empfanden Muslime als so zentral, dass der Tag der Auswanderung zum Beginn der muslimischen Zeitrechnung wurde, und nicht die Geburt oder der Todestag des Propheten Muhammad. Doch wie wird dieser Tag begangen? Mit Feuerwerk, Fondue und Konfetti?

Muslime feiern neues Jahr eher ruhig

Traditionellerweise feiern Muslime das neue Jahr eher ruhig und besinnlich. Das getragene Lied "Tala al badru alayna", das viele Muslime auf der ganzen Welt auswendig können, wird gesungen. Es ist das Lied, mit dem die Menschen in Medina den Propheten und seine Gemeinde willkommen hießen. Außerdem gibt es Gebete und vielleicht ein gemeinsames Essen mit der Familie.

Erster islamischer Monat ist Monat der Trauer

Auch der erste Monat im Jahr, Muharram, verbreitet nicht gerade Feierlaune, erklärt die Islamwissenschaftlerin Hannan Salamat, Fachleiterin für Islam am Zürcher Institut für Interreligiösen Dialog. Am 10. Tag des Monats wurde der Enkelsohn des Propheten namens Hussein und seine ganze Familie ermordet – und die Aufspaltung in Schiiten und Sunniten verfestigte sich.

Der Muharram ist also ein Monat der Trauer. "Da gibt es verschiedene Rituale, wie beispielsweise Prozessionen, die man auch aus dem Katholizismus kennt, Trauergedichte und auch Trauerschauspiele, so genannte Ta'ziye, die zum Weltkulturerbe gehören", erzählt Salamat. "Das wird alles nachgespielt. Diese Schlacht wird bis heute sehr lebendig gehalten."

Muslime passen sich an und feiern Silvester

Entweder besinnlich oder in Trauer: Begehen Muslime das neue Jahr also gar nicht feierlich? Doch, aber nicht das muslimische Neujahr, sondern den 1. Januar des gregorianischen Kalenders, so wie auch sonst überall auf der Welt. Es zeige, sagt Salamat, "dass der Islam immer kulturelle Gegebenheiten vor Ort annimmt und auch die Muslime das immer adoptiert haben".

Muslime in Europa feiern also Silvester. Es gibt zwar muslimische Gelehrte, die das als Sünde sehen. Doch die meisten Muslime feiern einfach zusammen mit dem Rest der Welt: Ob mit riesen Feuerwerk in Dubai oder Strandpartys in Tunis.

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