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#fragBR24: Was ist eigentlich die Kirchensteuer? | BR24

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Kirchensteuer (Symbolbild)

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#fragBR24: Was ist eigentlich die Kirchensteuer?

Sie ist die einzige Steuer, die freiwillig ist: die Kirchensteuer. In Bayern beträgt sie acht Prozent der Einkommenssteuer. Doch wer muss eigentlich Kirchensteuer zahlen und wer darf sie überhaupt einziehen? Und was machen die Kirchen mit dem Geld?

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Immer wieder ist sie Gesprächsthema und meistens wird kontrovers über sie diskutiert. Die Rede ist von der Kirchensteuer. Erst vor kurzem brachte sie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wieder aufs Tableau mit der Überlegung, Berufsanfängern einen Rabatt auf die Steuer zu geben.

Bayern zahlen acht Prozent Kirchensteuer

Acht Prozent der Lohn- und Einkommenssteuer gehen in Bayern und Baden-Württemberg für die Kirchensteuer weg. Im Rest der Republik sind es neun Prozent.

Letztlich zahlt lediglich knapp die Hälfte der rund 44 Millionen Katholiken und Protestanten Kirchensteuer. Kinder und Jugendliche ohne eigenes Einkommen, Menschen mit geringer Rente und Arbeitslose zahlen keine Lohn- und Einkommensteuer und daher auch keine Kirchensteuer.

Staat zieht Steuer ein - und bekommt dafür Geld

Die Kirche zieht die Steuer nicht selbst ein. Das macht das Finanzamt, also der Staat, für sie. Dafür kassiert er etwa drei Prozent des Steueraufkommens.

Von der Kirchensteuer werden Mitarbeiter in Schulen, Sozial- und Kultureinrichtungen der Kirchen bezahlt. Pfarrer und Pastoren in der Regel auch. Höhere Würdenträger wie etwa Bischöfe bekommen ihr Geld dagegen vom Staat.

Rekordhoch 2019

Im Jahr 2019 erhielt die katholische Kirche in Deutschland 6,76 Milliarden Euro Kirchensteuer und die evangelische Kirche 5,95 Milliarden und damit so viel wie noch nie.

Mittel- und langfristig rechnen Fachleute mit einem deutlichen Rückgang. Auch für das laufende Jahr erwarten beide Kirchen starke Einbrüche wegen der durch die Corona-Pandemie verursachten Wirtschaftskrise.

Andere Länder - andere Finanzierungsmethoden

In vielen anderen Ländern, zum Beispiel in den USA, gibt es keine Kirchensteuer - für Religionsgemeinschaften sind Spenden und Fundraisingkampagnen sehr wichtig. In Italien und Spanien gibt es eine steuerliche Lösung, die jedoch ganz anders ist als in Deutschland. In Italien kann der Bürger jedes Jahr selbst entscheiden, ob er den obligatorischen Betrag von 0,8 Prozent seiner Einkommenssteuer einer anerkannten Religionsgemeinschaft oder dem Staat für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellt.

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Sie ist die einzige Steuer, die freiwillig ist: die Kirchensteuer. In Bayern beträgt sie acht Prozent der Einkommenssteuer. Doch wer muss eigentlich Kirchensteuer zahlen und wer darf sie überhaupt einziehen? Und was machen die Kirchen mit dem Geld?

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