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Bildrechte: BR/Thomas Muggenthaler

Auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ist ein 32 Meter hoher Turm errichtet worden. Die Konstruktion ist ein Kunstwerk. Ab Juni ist der Turm für die Öffentlichkeit zugänglich. Von dort aus blickt man in den ehemaligen KZ-Steinbruch.

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Flossenbürg: Neuer Blick in den KZ-Steinbruch

Auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ist ein 32 Meter hoher Turm errichtet worden. Die Konstruktion ist ein Kunstwerk. Ab Juni ist der Turm für die Öffentlichkeit zugänglich. Von dort aus blickt man in den ehemaligen KZ-Steinbruch.

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Von
  • Thomas Muggenthaler
  • BR24 Redaktion

In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ist in dieser Woche eine spektakuläre "Raum- und Klangskulptur" installiert worden, der Titel des Kunstwerks lautet "Sichtung". Der 32 Meter hohe, viereckige Turm aus Stahl steht in der Nähe des früheren Verwaltungsgebäudes der SS-eigenen "Deutschen Erd- und Steinwerke" (DESt) zwischen dem Ort und der KZ-Gedenkstätte. Der Turm ermöglicht einen Blick auf die Burgruine von Flossenbürg, in die Weite der Oberpfälzer Landschaft, aber vor allem hinab auf den einstigen KZ-Steinbruch. Ab 1. Juni ist er für die Öffentlichkeit zugänglich.

Kunstwerk für drei Monate

Die beiden Künstler Hildegard Rasthofer und Christian Neumaier haben ihre "Sichtung" bereits an anderen Orten aufgestellt. Flossenbürg sei wegen seiner Geschichte eine besondere Herausforderung gewesen, sagt Hildegard Rasthofer. Das Kunstwerk soll drei Monate stehen, vielleicht auch länger, aber spätestens vor dem Winter wieder abgebaut werden. Die temporäre Kunstintervention soll die Ausmaße des KZ-Steinbruchs deutlich machen.

Steinbruch ist noch in Betrieb

Der Steinbruch, in dem noch Granit abgebaut wird, gehört dem Freistaat Bayern und ist derzeit verpachtet. Nach Auslaufen des Pachtvertrages im Jahr 2024 soll das rund 20 Hektar große Areal Teil der KZ-Gedenkstätte werden. Im Steinbruch-Areal stehen sechs denkmalgeschützte Gebäude aus der KZ-Zeit. Wegen dieser Relikte ist der KZ-Steinbruch von europäischer Bedeutung, sagt Gedenkstättenleiter Jörg Skriebeleit. Demnach gibt es keinen ehemaligen KZ-Steinbruch mit so viel erhaltenen Originalsubtanz. Das frühere Verwaltungsgebäude der Deutschen Erd- und Steinwerke, das nach dem Krieg als Kino und zuletzt als Getränkemarkt diente, wird derzeit saniert.

Gedenkstätte wird erweitert

Dieses Gebäude soll spätestens nächstes Jahr offiziell Teil der Gedenkstätte werden. Bislang umfasst die Gedenkstätte das ehemalige Lager, in dem die Häftlinge untergebracht waren. Hinzu kommt mit dem Steinbruch jetzt der ehemalige Arbeitsbereich. Hier wurden die Häftlinge beim Granitabbau eingesetzt und später bei der Produktion von Messerschmitt-Flugzeugen.

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Der 32 Meter hohe, viereckige Turm aus Stahl steht in der Nähe des früheren Verwaltungsgebäudes der SS-eigenen "Deutschen Erd- und Steinwerke".

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Die Künstler Hildegard Rasthofer und Christian Neumaier hatten ihre "Sichtung" bereits an anderen Orten aufgestellt.

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