Eine Gruppe auf einem Floß auf der Isar
Bildrechte: picture alliance / Matthias Balk/dpa

Früher wurde Holz transportiert, heute Touristen: ein Floß auf der Isar.

    Flößerei könnte immaterielles Welterbe werden

    Die Unesco tagt in diese Woche in Rabat und entscheidet, was künftig zum immateriellen Kulturerbe zählen soll. Deutschland unterstützt den Holztransport auf Wasserwegen und den modernen Ausdruckstanz. Frankreich setzt auf die Baguette-Kultur.

    Der in Deutschland geprägte moderne Ausdruckstanz, die Flößerei und die Kultur des französischen Baguettes sind Kandidaten für die Aufnahme ins immaterielle Kulturerbe. Die Unesco entscheidet in dieser Woche in Marokkos Hauptstadt Rabat, welche Bräuche, Ausdrucksformen und Fertigkeiten auf die Liste aufgenommen werden. Einziger Kandidat aus Deutschland ist der Moderne Tanz, der verschiedene Stile umfasst, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sind.

    Die Bewegung des Ausdruckstanzes habe die Tanzkunst auf der Bühne revolutioniert, betonen die Unterstützer. Deutschland unterstützt auch gemeinsam mit anderen europäischen Ländern die Kandidatur des Holztransports auf Wasserwegen, die im 19. Jahrhundert eine große Rolle gespielt hat, bevor die Eisenbahn für den Holztransport eingesetzt wurde. Zahlreiche Flößervereine pflegen die Tradition.

    Frankreich hofft auf Aufnahme der Baguette-Kultur

    Frankreich hofft seinerseits auf die Aufnahme der Baguette-Kultur in die Liste des immateriellen Kulturerbes. Es seien nur vier Zutaten - Mehl, Wasser, Hefe, Salz - aber jeder Bäcker schaffe mit seiner Art des Knetens, des Gehenlassens des Teiges, dem Formen und Backen seine einzigartige Version des Stangenbrotes, heißt es in der Bewerbung.

    Die Sitzung in Rabat dauert noch bis zum 3. Dezember. Die Neuaufnahmen sollen nach und nach über Twitter bekanntgegeben werden. Zu den Kandidaten zählen auch die chinesische Teezeremonie, die Kultur der bestickten Blusen in Moldau, die Kunst des Glockenläutens in Spanien und der scharfen Harissa-Sauce aus Tunesien.

    Mehr als 500 Einträge als immaterielles Kulturerbe

    Beim immateriellen Kulturerbe geht es immer um das Brauchtum oder das Handwerk, also nicht direkt um das Baguette oder die bestickte Bluse. Die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes enthält bereits mehr als 500 Einträge aus Bereichen wie Tanz, Theater, Musik und Handwerk. Sie ergänzt seit 2008 die Welterbe-Liste der Unesco für Kultur- und Naturstätten. Deutschland hat das Abkommen 2013 ratifiziert.

    Mit Informationen von AFP

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