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Filmfestival Venedig: Goldener Löwe für Psychothriller "Joker" | BR24

© BR/Tilmann Kleinjung

Er war einer der Publikumsfavoriten in Venedig und auch bei den Kritikern hoch im Kurs: "Joker" von Todd Philipps bekommt den Goldenen Löwen beim 76. Filmfestival von Venedig.

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Filmfestival Venedig: Goldener Löwe für Psychothriller "Joker"

Der Goldene Löwe des Filmfestivals Venedig geht an den Psychothriller "Joker" des US-Amerikaners Todd Phillips. Ausgezeichnet wurde auch Luca Marinelli für seine Schauspielleistung in der BR/ARTE-Koproduktion "Martin Eden".

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Er war einer der Publikumsfavoriten in Venedig und auch bei den Kritikern hoch im Kurs: "Joker" von Todd Phillips bekommt den Goldenen Löwen beim 76. Filmfestival von Venedig. Im Mittelpunkt dieses Psychothrillers steht ein Clown, Arthur Fleck, ein labiler, ziemlich gestörter Typ, der in Therapiesitzungen Einblicke in sein dunkles Innenleben gewährt.

Im Lauf des Films mutiert der Mann in der klassischen weißen Maskerade des Zirkusclowns zum Gruselclown, zu Batmans späterem Widersacher, zum Joker. Dargestellt vom in Venedig groß gefeierten Joaquin Phoenix.

Schauspieler Luca Marinelli in BR/ARTE-Koproduktion ausgezeichnet

Der Preis für den besten männlichen Schauspieler geht allerdings an einen anderen: Luca Marinelli, Italiener, 34 Jahre alt, Hauptdarsteller in "Martin Eden". Das ist die Verfilmung eines Romans von Jack London. Regisseur Pietro Marcello lässt die Handlung in einem Italien stattfinden, das nicht so recht zu datieren ist - vielleicht sind es die 60er und 70er Jahre. Luca Marinelli spielt einen Matrosen, der sich eine Tochter aus gutem Hause verliebt und zum Schriftsteller und Klassenkämpfer wird.

"Martin Eden" ist eine Koproduktion von ARTE und dem Bayerischem Rundfunk. "Beispielhaft für Kino, das uns hilft, Antworten zu finden auf die Fragen der Zeit", sagt Bettina Ricklefs, BR-Programmbereichsleiterin Spiel-Film-Serie.

"Dem Filmemacher Pietro Marcello gelingt es mit 'Martin Eden', Jack Londons Roman zu einer heutigen Erzählung zu machen. Bestimmt wird diese so kühne wie schöne Inszenierung vom Hauptdarsteller Luca Marinelli, der diesen Film in jeder Einstellung trägt." Reinhard Scolik, BR-Fernsehdirektor

Ariane Ascaride gewinnt Preis für beste weibliche Darstellerin

Als beste weibliche Darstellerin wird die Französin Ariane Ascaride ausgezeichnet, Hauptdarstellerin in dem Sozialdrama "Gloria Mundi".

Film von Polanski feierte in Venedig Premiere

Die spannende Frage war, wie die Jury mit dem Film von Roman Polanski umgehen würde, der in Venedig Premiere feierte. Der wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen in den 70er Jahren angeklagte Regisseur war nicht in Venedig. Und doch omnipräsent. Das Publikum feierte seine Verfilmung der Affäre Dreyfus, ein Justizskandal, durch den im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts der jüdische Offizier Dreyfus zu Unrecht verurteilt wurde. Polanskis Film erhielt beste Kritiken.

Ob man das Werk von seinem Autor trennen kann, diese Frage spaltete Publikum und Jury auf dem Lido. Am Ende bekam Polanskis "J’accuse" den Großen Preis der Jury, das ist die zweitwichtigste Auszeichnung in Venedig.

© BR

Auch der BR ist heuer wieder bei den Filmfestspielen in Venedig vertreten, als Koproduzent von "Martin Eden", der Geschichte eines Matrosen, der sich in eine Frau verliebt und bald in Konflikt mit der bürgerlichen Gesellschaft gerät.