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Filmfest München: Ralph Fiennes erhält Ehrenpreis | BR24

© picture-alliance/dpa

Ralph Fiennes auf dem roten Teppich im Münchner Gasteig

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Filmfest München: Ralph Fiennes erhält Ehrenpreis

Er prägte Dramen wie "Schindlers Liste" oder "Der englische Patient": Am Montagabend wird der britische Schauspieler Ralph Fiennes mit dem CineMerit, dem Ehrenpreis des Münchner Filmfests, ausgezeichnet.

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Ralph Fiennes gilt als Charakterdarsteller. Filme wie "Schindlers Liste" oder "Der ewige Gärtner" wären ohne ihn nicht vorstellbar. Am Montagabend ehrt das Münchner Filmfest Ralph Fiennes mit dem CineMerit Award für sein Lebenswerk.

"Für mich ist Ralph Fiennes einer der vielseitigsten und wandelbarsten Schauspielerikonen unserer Zeit. Kaum jemand hat so kompromisslos die Filmkunst bereichert." Festivaldirektorin Diana Iljine

"Eine große Ehre!"

Ralph Fiennes zeigte sich bei der Auszeichnung sehr gerührt, rang ein paar Sekunden mit der Fassung, bevor er den Cinemerit eine große Ehre nannte. Er bekräftigte seine Liebe zu München, wo er in den 80ern das erste Mal mit Shakespeare auftrat.

Gegenüber kinokino sagte der Brite am roten Teppich: "Es ist ein Akt der Würdigung. Es bestätigt etwas in meinem Inneren. Das tut gut."

Vom englischen Patienten zu Lord Voldemort

Der 56-Jährige Fiennes wird aber nicht nur als Darsteller, sondern auch für seine Regiearbeit ausgezeichnet. So wurde im Anschluss an die Preisverleihung Fiennes neuer Film "Nurejew – The White Crow" gezeigt. Er erzählt die Geschichte des sowjetischen Ballettstars Rudolf Nurejew. Fiennes selbst spielt darin die Rolle des berühmten Leningrader Ballettmeisters Alexander Puschkin. Der Film soll am 26. September ins deutsche Kino kommen.

Ralph Nathaniel Fiennes – weil er Adel in seiner Ahnenreihe hat, wird gelegentlich auch Twisleton-Wykeham-Fiennes als Nachname genannt – wurde 1962 in Suffolk geboren. Nach der Schule studierte er zunächst Malerei in London, entschloss sich dann aber doch, Schauspiel zu studieren. Seine Karriere startete Fiennes Mitte der 80er-Jahre als Theaterschauspieler, unter anderem als Mitglied der Royal Shakespeare Company. Mit seiner Rolle eines Lagerkommandanten in "Schindlers Liste" (1993) von Steven Spielberg gelang Fiennes der internationale Durchbruch. Er wurde für den Oscar nominiert, ebenso wie für seinen Part in "Der englische Patient" (1996) von Anthony Minghella.

Ein vielseitiger Darsteller

Weitere Kinoerfolge waren "Brügge sehen… und sterben" oder "Grand Budapest Hotel". In der sehr schrägen Tragikomödie von Wes Anderson aus dem Jahr 2014 gab Fiennes einen ebenso galanten wie windigen Concierge. Legendär auch seine Darstellung als Finsterling Lord Voldemort in "Harry Potter" oder als "M" in "James Bond". Schon diese Aufzählung zeigt: Ralph Fiennes ist ein äußerst vielseitiger Darsteller: Er kann böse und verletzliche, dramatische und komische, kalte und sensible Charaktere höchst überzeugend verkörpern. Und am besten ist er da, wo er seinen Figuren ihre Widersprüche und Geheimnisse lassen darf.

Der CineMerit Award wird zum 22. Mal vergeben. Preisträger waren unter anderem Isabelle Huppert, Geraldine Chaplin, Mario Adorf und Milos Forman. Ralph Fiennes' Schauspielerkollege Antonio Banderas wurde bereits am Samstag mit dem CineMerit Award ausgezeichnet.

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