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Abschluss des Münchner Filmfests mit feierlicher Preisverleihung | BR24

© FILMFEST MÜNCHEN 2019

"Bacurau" von von Kleber Mendonça Filho und Juliano Dornelles

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    Abschluss des Münchner Filmfests mit feierlicher Preisverleihung

    "Bacurau" von Kleber Mendonça Filho und Juliano Dornelles wurde mit dem ARRI/Osram Award im CineMasters Wettbewerb ausgezeichnet, Melina Leóns "Canción sin nombre" erhielt den CineVision Award für den besten Nachwuchsfilm im Internationalen Programm.

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    Bei den von den Jurys vergebenen Preisen hat beim diesjährigen Filmfest München das lateinamerikanische Kino triumphiert. Die drei wichtigsten internationalen Preise gingen an zwei Produktionen aus Brasilien sowie an eine aus Peru.

    Gespannt war man vor allem auf den neu ins Leben gerufenen CineCoPro-Wettbewerb für herausragende Koproduktionen mit deutscher Beteiligung. Es ist in Deutschland der erste Preis, der in diesem Sinne internationale Zusammenarbeit fördert und so das unterschiedliche Kulturen verbindende Prinzip der Kooperation in den Vordergrund stellt.

    Ausgezeichnete internationale Zusammenarbeit

    Der brasilianisch-deutsche Film "The Invisible Life of Eurídice Gusmao" gewann schon vor ein paar Wochen beim Festival von Cannes in der Reihe "Un Certain Regard" den Hauptpreis. Nun wurden in München Viola Fügen und Michael Weber von der Berliner Firma Pola Pandora als beste Koproduzenten ausgezeichnet.

    Der brasilianische Regisseur Karim Aïnouz lebt schon seit einigen Jahren in Deutschland. Er begreift den Preis als wichtigen Schritt, die kulturelle und wirtschaftliche Partnerschaft Deutschlands mit Künstlern auf der ganzen Welt endlich entsprechend hervorzuheben.

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    "The Invisible Life of Eurídice Gusmao" von Karim Aïnouz

    "The Invisible Life of Eurídice Gusmao" erzählt in der Form eines modernen Melodrams von zwei Schwestern, die sich aufgrund familiärer Verwerfungen im Rio de Janeiro der 1940er-Jahre aus den Augen verlieren. Sie leben fortan in derselben Stadt, ohne sich je wieder zu begegnen.

    Die internationale Jury spricht in ihrer Begründung von einer Koproduktion mit herausragender Kameraarbeit und ansprechenden schauspielerischen Leistungen. Es handele sich um "eine emotionale Geschichte, die weitgehend in der Vergangenheit spielt", heißt es weiter, "und die es auf eine wunderbare Art und Weise schafft, das Echo der Geschichte im heutigen politischen Klima widerhallen zu lassen, indem sie die Position der Frau in der brasilianischen Gesellschaft beleuchtet." Der Film erzählt von patriarchalischen Strukturen, von einem – wie es der Regisseur nennt – verhängnisvollen Hyper-Machismus in Brasilien, unter dem die Frauen bis heute leiden würden.

    Hauptpreis für einen dystopischen Thriller

    Von einem ergreifenden Frauenschicksal erzählt auch der peruanische Film "Canción sin Nombre" von Melina León, der als bestes internationales Nachwuchswerk mit dem CineVision Award ausgezeichnet wurde. Es geht um Menschenhandel und Korruption.

    Den Hauptpreis im CineMasters-Wettbewerb gewann der dystopische Thriller "Bacurau" von Kleber Mendonça Filho und Juliano Dornelles – im Mittelpunkt steht ein kleines brasilianisches Dorf im Dschungel, das von der Landkarte getilgt werden soll.

    © FILMFEST MÜNCHEN 2019

    "Canción sin Nombre" von Melina León

    In der Reihe Neues Deutsches Kino wurde ein alter Bekannter als bester Regisseur ausgezeichnet – Jan-Ole Gerster, der vor sieben Jahren in München mit seinem schwarz-weißen Stadtfilm "Oh Boy" mit Tom Schilling in der Hauptrolle schon den Preis für das beste Drehbuch bekam. "Lara" heißt sein neues Werk – es begleitet eine pensionierte Verwaltungsbeamtin an ihrem 60. Geburtstag durch Berlin auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Die Hauptrolle spielt Corinna Harfouch.

    Alle Preise des Münchner Filmfests:

    CineMasters – ARRI/Osram Award für den besten internationalen Film: "Bacurau" von Kleber Mendonça Filho und Juliano Dornelles. Mads Brüggers investigativer Dokumentarfilm „Cold Case Hammarskjöld“ erhielt von der Jury eine lobende Erwähnung.

    CineVision Award für den besten internationalen Nachwuchsfilm: "Canción sin nombre" von Melina León

    CineCoPro Award für beste Koproduktion mit deutscher Beteiligung: Brasilianisch-deutsche Koproduktion "A Vida Invisível De Eurídice Gusmão"

    FIPRESCI-Preis des internationalen Kritikerverbandes für den besten Film: "Lara" von Jan-Ole Gerster

    Förderpreis Neues Deutsches Kino: Beste Regie – Jan-Ole Gerster für seinen Film "Lara" / Produzentenpreis – Martin Lischke für "Leif in Concert" / Bestes Drehbuch – Nils Mohl und Ilker Çatak für "Es gilt das gesprochene Wort" / Bester Schauspieler – Oğulcan Arman Uslu für "Es gilt das gesprochene Wort"

    Publikumspreise: Bayern 2 und SZ Publikumspreis für "For Sama" von Waad Al Kateab und Edward Watts / Kinderfilmfest-Publikumspreis für "Lotte und die verschwundenen Drachen" von Janno Põldma und Heiki Ernits

    ONE-FUTURE-PREIS der Interfilm-Akademie: "Perro Bomba" von Juan Cáceres

    Preise im Rahmen der VR-Ausstellung "Virtual Worlds": Beste lineare Experience für den 360-Grad-Film "Accused #2: Walter Sisulu" von Nicolas Champeaux und Gilles Porte

    Gleich zwei Preise gingen an "A Fisherman’s Tale" von Balthazar Auxietre und Alexis Moroz – sowohl als beste interaktive Experience als auch für die allgemein beste immersive Arbeit.

    Im Rahmen des Filmfestes wurden außerdem die beiden Schauspieler Ralph Fiennes und Antonio Banderas mit einem CineMerit-Award geehrt.

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