ARCHIV - 25.09.2019, Berlin: Oleh Senzow, Filmregisseur aus der Ukraine, kommt zur Preisverleihung bei den Human Rights Film Festival im Kino International.  Senzow ist nach eigenen Angaben an der Front verletzt worden. Foto: Tom Weller/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Tom Weller

Ukrainischer Filmemacher Senzow an der Front verletzt

Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Filmemacher Oleh Senzow offenbar an der Front verletzt

Der ukrainische Filmemacher und Träger des Sacharow-Preises, Oleh Senzow, ist nach eigenen Angaben an der Front verletzt worden. Senzow hat sich zu Beginn des russischen Angriffkrieges als Freiwilliger gemeldet.

Der ukrainische Filmemacher Oleh Senzow ist nach eigenen Angaben an der Front verletzt worden. "Das war gestern. Heute geht es schon besser", kommentierte Senzow am Sonntagabend bei Facebook ein von ihm eingestelltes Video, dass ihn verletzt auf dem Schlachtfeld zeigt. Am Boden liegend hatte er dort von einer Splitterverletzung berichtet. Er sei mittlerweile mit anderen Verwundeten ins Krankenhaus eingeliefert worden, schrieb er im Text zum Video.

Der auf der Krim geborene Ukrainer wurde 2014 nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel verhaftet. Ein Jahr später wurde er in Russland zu 20 Jahren Haft wegen der angeblichen Planung von Terroranschlägen verurteilt. Daneben wurde er der Mitgliedschaft in der ultranationalen ukrainischen Bewegung "Rechter Sektor" beschuldigt. Senzow wies alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und berichtete von Folter, mit denen die Behörden versuchten, ein Geständnis zu erzwingen. International galt er als politischer Häftling, zwischenzeitlich trat er in einen Hungerstreik. 2019 kam er im Rahmen eines Gefangenenaustausches frei.

Träger des Sacharow-Preises

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine meldete sich Senzow in Kiew als Freiwilliger. Zuletzt kämpfte er im Gebiet Saporischschja und wurde dort zum Unterleutnant befördert. Senzow, der 2012 mit seinem Film "Gamer" debütierte, konnte nach seiner Freilassung 2019 seinen Thriller "Rhino" fertigstellen, an dem er bereits vor der Verhaftung gearbeitet hatte. Seine Leistung wurde 2018 mit der Verleihung des Sacharow-Preises anerkannt. Seine Geschichte wurde 2017 im Dokumentar-Film "The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentsov" verarbeitet.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!