Pianist Igor Levit spielt am 25.04.2022 bei einem Benefizkonzert für Ukraine im Berliner Ensemble.

In diesem Jahr mit dabei beim Festival der Nationen: Pianist Igor Levit - hier bei einem Auftritt im April.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Carsten Koall
    > Kultur >

    Festival der Nationen in Bad Wörishofen startet am Abend

    Festival der Nationen in Bad Wörishofen startet am Abend

    Eröffnung des Festivals der Nationen in Bad Wörishofen. Verständigung zwischen den Kulturen und Austausch zwischen den Generationen gehören zum Markenkern des Klassik-Events. In diesem Jahr stammen mehrere Stars aus der ehemaligen Sowjetunion.

    Das Festival der Nationen ist mittlerweile aus dem Allgäu und Bayerisch-Schwaben nicht mehr wegzudenken. Seit 2010 findet das Klassik-Event jährlich statt und macht aus Bad Wörishofen einen Pilgerort für Musikbegeisterte. Dieses Jahr geht es bereits in die zwölfte Runde, wenn zum Auftakt die Wiener Symphoniker unter Emanuel Tjeknavorian Werke von Brahms, Haydn und Strauss spielen. Gut eine Woche lang liegt dann Musik in der Luft von Bad Wörishofen.

    Klassikstars in Bad Wörishofen zu Gast

    Festivalleiter Winfried Roch gelingt es Jahr für Jahr, Stars wie Diana Damrau oder David Garrett nach Bad Wörishofen zu holen. In diesem Jahr hat der umtriebige Intendant die Mezzosopranistin Elīna Garanča und den Cellisten Mischa Maisky eingeladen. Auch diese beiden sind nicht zum ersten Mal beim Festival der Nationen in Bad Wörishofen. Seine Wahl scheint Intendant Roch nicht ganz zufällig gefällt zu haben, denn er sagt: "Mir ist es wichtig, dass wir ein offenes und lebendiges Festival bleiben, gerade in schwierigen Zeiten."

    Musik als Ausdruck des Mitgefühls

    Garanča und Maisky stammen beide aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion, ebenso wie der Pianist Igor Levit. Der hat 2018 seinen Klassik-Echo wegen des "Auschwitz-Skandals" um die beiden Rapper Farid Bang und Kollegah zurückgegeben. Levit kam als Kind mit seinen Eltern aus Russland nach Deutschland. Er ist einer der am meisten gefeierten und einer der sichtbarsten Musiker der deutschen Klassikszene. Auf dem Festival der Nationen spielt Levit am 30. September verschiedene Werke von Beethoven. Wobei Intendant Roch in dem für ihn typischen Understatement sagt: "Ich denke, dass Beethovens Humanismus für uns alle eine große Rolle spielt, nicht nur für Igor Levit."

    Nachwuchsförderung wichtiger Teil des Festivals der Nationen

    Aber nicht nur interkulturelle Brücken, sondern auch intergenerationelle möchte Intendant Roch schlagen. Deshalb ist auch in diesem Jahr wieder die Musikerin Julia Fischer mit von der Partie. Denn, so Roch: "Sie kümmert sich sehr um die Nachwuchsförderung. Es ist ihr ein großes Anliegen." Schließlich hat das Festival der Nationen sich mit seinem Motto "Stars & junge Weltelite" selbst der Nachwuchsförderung verschrieben.

    Weltstar gibt Erfahrung an Kinder und Jugendliche weiter

    Bei ihrem ersten Auftritt auf dem Festival der Nationen in Bad Wörishofen war Violinistin Julia Fischer selbst ein vergleichsweise junges Talent. Mittlerweile ist die gebürtige Münchnerin kein Sternchen mehr am Klassikhimmel. Sie gehört in die Liste der Weltstars. Ihre musikalischen Erfahrungen gibt sie nun an Kinder und Jugendliche weiter. Deshalb tritt Fischer mit dem Jugendorchester der "Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft" am 24. September auf. Auch ein Musikfest findet in diesem Jahr am Sonntag, den 25. September statt. Kinder können dann Workshops besuchen, die sie beispielsweise in die Welt von Camille Saint-Saens "Karneval der Tiere" entführen.

    Ländliche Regionen als Inspirationsraum

    Aber nicht nur die Besucher profitieren vom Spielort Bad Wörishofen. Festivalchef Roch ist sich sicher: "Die Verbindung von Natur, einer herrlichen Landschaft sowie erstklassiger Musik inspiriert nicht nur Besucher, sondern auch Künstler." Die Treue seiner Klassikstars gibt ihm da ganz recht. Wobei - sind es eigentlich nur Klassikstars?

    Eigentlich nicht, denn die Band "Quadro Nuevo" "hat sich über all die Jahre in die Herzen der Besucher gespielt. Es sind einfach Vollblutmusiker", so Roch. Und die holen für die Besucher in diesem Jahr noch einmal das "Mare", das Meer, zurück, bevor es Herbst wird.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!