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TV-Produzenten unter Druck: Fernsehsender planen Krisengipfel | BR24

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TV-Unterhaltung: In Zeiten von Corona ein Mittel gegen Langeweile, doch die Krise bremst die Produktionen aus

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    TV-Produzenten unter Druck: Fernsehsender planen Krisengipfel

    Bei einem Runden Tisch am 11. Mai soll über Hilfsmaßnahmen für krisengeschüttelte Fernsehproduzenten beraten werden. Viele Dreharbeiten ruhen derzeit, von der Daily Soap bis zum ARD-"Tatort". ARD und ZDF versprachen bereits, Betroffenen zu helfen.

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    Die Initiative kommt von der RTL-Mediengruppe: Wegen der Folgen von Corona trifft sich die Fernsehbranche "in geeigneter Form und unter Einhaltung aller Vorgaben" am 11. Mai zum Krisen-Gipfel, so die Ankündigung in einer Pressemitteilung. Eingeladen wurden neben Privatsendern und Produktionsfirmen auch die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Henning Tewes, zuständig für das RTL-Programm, versuchte, die besorgte TV-Wirtschaft zu beruhigen: "Wir sind mit allen Produzenten und der Produzenten-Allianz, sowie einzelnen Gewerken im solidarischen Austausch. Denn wir verstehen ihre Nöte und Ängste um ihre wirtschaftliche Existenz sehr gut und nehmen diese ernst. Wir versuchen täglich, individuelle Lösungen partnerschaftlich zu erarbeiten und ermutigen alle Produktionspartner zu verantwortungsvollem Handeln, insbesondere zur Ausschöpfung jeglicher Hilfen der öffentlichen Hand." Die Einladung zum Meinungsaustausch solle ermöglichen, mit Produzenten, Produzentenallianz, Senderverantwortlichen und Politik an einem Tisch zu sitzen, um ein Zeichen für die Zeit nach Corona zu setzen.

    "Erstmal ein Riesenproblem" für ARD und ZDF

    ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler hatte bereits am Dienstag beteuert, er werde "schnelle Lösungen bei der Abwicklung der Unterstützung" suchen: "Wir werden die Hälfte der Mehrkosten tragen, die uns Produzentinnen und Produzenten nachweisen." Auch die ARD hat für laufende Auftragsproduktionen vorerst bis zum 30. April eine ähnliche Sonderregelung getroffen. Demnach übernimmt die ARD die Hälfte der Mehrkosten einer Produktion, wenn der jeweilige Produzent sich zuvor um alle zur Verfügung stehenden staatlichen Hilfen zur Schadensbegrenzung bemüht hat. Dazu Programmdirektor Volker Herres: "Es ist zunächst natürlich erstmal ein Riesenproblem für uns, für die Produzenten, für die ganze Branche, denn Sie müssen davon ausgehen, dass es in weiten Teilen zu einem Produktions-Stopp im Fiktionalen kommt."

    "Rote Rosen" ohne Unterbrechung?

    Nach Angaben von Herres liegen derzeit allein bei der ARD-Tochter Degeto zwanzig Produktionen auf Eis: "Wir werden alles tun, um den Schaden zu minimieren, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Wir haben natürlich das (gemeinsame) Ziel mit den Produzenten, möglichst alle Produktionen fertigzustellen. Denn wir brauchen das Programm." Die ARD Telenovela "Rote Rosen" will noch bis Ende der Woche drehen und dann pausieren. Die Verantwortlichen hoffen, "ohne Unterbrechung" auf Sendung zu bleiben, da zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung gewöhnlich neun Wochen liegen.

    Die Mediengruppe RTL stellte in Aussicht, "jeweils nach Einzelfallprüfung einen signifikanten Anteil der angefallenen Mehrkosten bei Liefer-Verzug" durch die Corona-Krise zu übernehmen, wollte sich also zumindest öffentlich nicht auf eine fixe Hilfs-Quote festlegen. Der jetzt ins Auge gefasste Runde Tisch wird den angekündigten Produzenten-Empfang ersetzen, den RTL am 11. Mai terminiert hatte.

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