Zurück zur Startseite
Kultur
Zurück zur Startseite
Kultur

Statt Fernreise: Mit 10 Serien um die Welt | BR24

© Aline Arruda/Netflix

Maria Luíza (Maria Casadevall) in der Serie "The Most Beautiful Thing" von Netflix.

Per Mail sharen

    Statt Fernreise: Mit 10 Serien um die Welt

    Sie wollen die ganze Welt sehen, möchten aber nicht noch mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen? Mit diesen Serien können Sie Kontinente bereisen, in fremde Kulturen eintauchen und das Sprachengewirr genießen, ohne Ihr Zuhause zu verlassen.

    Per Mail sharen

    Die umweltfreundlichste, kostengünstigste und noch dazu bequemste Art zu verreisen? Daheim auf der eigenen Couch. Vanessa Schneider stellt im Serienpodcast "Skip Intro" vom Bayerischen Rundfunk regelmäßig neue Serien vor. Für Sie hat sie vor dem Bildschirm die zehn schönsten Serienreiseziele außerhalb der USA besucht – von Rio de Janeiro bis Amman.

    Call My Agent (Dix Pour Cent)

    Zehn Prozent gehen, wie der französische Serientitel "Dix Pour Cent" preisgibt, von der Gage eines Schauspielers üblicherweise als Honorar an seine Agenten. Arlette, Gabriel, Mathias und Andrea sind als solche für ihre kapriziösen Klienten ständig erreichbar und müssen sich mit deren Eitelkeiten, Sorgen und Privatleben herumschlagen. Das glamouröse und auch absurd-komische Showgeschäft wird in der Comedyserie "Call My Agent" mit vielen witzigen Anspielungen auf die Realität und Gastauftritten von Stars wie Juliette Binoche und Christopher Lambert stilecht vor Pariser Kulisse in Szene gesetzt.

    Reiseziel: Paris, Frankreich

    Boarding bei: Amazon Prime Video im Sony Channel

    Stranger (비밀의 숲)

    Der Staatsanwalt Hwang Shi-mok hat seit seiner Kindheit die außergewöhnliche Gabe, Zusammenhänge schnell zu erkennen und Hinweise zu kombinieren – wie Sherlock Holmes in der BBC-Serie "Sherlock" fällt es ihm dagegen schwer, Beziehungen zu seinen Mitmenschen aufzubauen und mit ihnen mitzufühlen. In seinem Bezirk wird ein alter Bekannter ermordet, doch obwohl schnell ein Verdächtiger gefasst und verurteilt wird, ist sich Hwang sicher, dass an dem Fall etwas faul ist: Zusammen mit einer einfühlsamen Polizistin kommt er in dieser Krimiserie einer politischen Verschwörung auf die Spur, die uns eine eher düstere und abgründige Seite der Millionenstadt Seoul offenbart.

    Reiseziel: Seoul, Süd-Korea

    Boarding bei: Netflix (im südkoreanischen Original mit deutschen Untertiteln)

    © Netflix

    Der Staatsanwalt Hwang Shi-mok auf dem Weg ins Hotel.

    An African City

    Die fünf sehr unterschiedlichen Freundinnen NanaYaa, Zainab, Ṣadé, Ngozi und Makena sind in den USA und Großbritannien aufgewachsen, jetzt wollen die erfolgreichen Karrierefrauen das Land kennenlernen, aus dem ihre Eltern stammen. Während die Radiomoderatorin NanaYaa sich nicht zwischen ihrem Ex-Freund und einer neuen Liebe entscheiden kann, wartet die religiöse Ngozi weiter auf ihren Traummann. Und auch wenn sich die Gespräche in "An African City" oft um Männer drehen, steht die Frauenfreundschaft an allererster Stelle. Die ghanaische Webserie ist angelehnt an "Sex & The City" aber viel, viel besser und nimmt das Publikum mit in eine pulsierende, aufregende Stadt, die man aus dieser Perspektive in Serien sonst nicht zu sehen bekommt.

    Reiseziel: Accra, Ghana

    Boarding bei: Youtube (im englischen Original mit englischen Untertiteln)

    The Most Beautiful Thing (Coisa Mais Linda)

    Die junge Maria Luíza Carone Furtado ist gerade ihrem Mann von Sao Paolo nach Rio de Janeiro gefolgt, dort wollten beide ein Restaurant eröffnen – doch daraus wird nichts. Das Restaurant existiert nicht, ihr Mann hat das Weite gesucht und Maria Luíza (wie eine junge Audrey Hepburn: Maria Casadevall) ohne jeden Centavo sitzen lassen. Statt heimzukehren, tut sich Malu mit ihrer Nachbarin zusammen und eröffnet eine Bar – mit dem neuen, brasilianischen Jazz aus den Favelas, Bossa Nova.

    Eine wie in Honig getauchte, golden-glänzende Stadt, sanfte Bossa-Nova-Klänge und heiße Samba-Rhythmen liegen in der Luft – so muss sich ein Sommerurlaub in Rio 1959 angefühlt haben. Nach zehn Minuten der brasilianischen Serie möchte man sofort die Koffer packen und in eine Zeitmaschine steigen!

    Reiseziel: Rio De Janeiro, Brasilien

    Boarding bei: Netflix

    Trapped (Ófærð)

    Eine kleine Abkühlung wartet in Island: Dort hat ein schwerer Schneesturm die 650 Einwohner eines kleinen Dorfes und eine dänische Fähre eingeschlossen. Keiner kommt weg oder rein in den Ort, auch nicht das Polizeiteam aus Reykjavík, das einen Leichenfund bei der Fähre aufklären sollte. Jetzt ist es am lokalen Polizeichef Andri Ólafsson (Ólafur Darri Ólafsson), der aus der Hauptstadt strafversetzt wurde, und seinen zwei Beamten, den Mord aufzuklären. Doch es bleibt nicht bei einer Leiche. Unter den dichten Eisschichten und dicken Wollpullis verbergen sich Abgründe, die weit über das Vokabular von Nordic-Noir-Thrillern hinausreichen und aktuelle gesellschaftliche Themen wie Rechtspopulismus und Umweltschutz aufwerfen – und das alles vor der grandiosen Kulisse Islands.

    Reiseziel: Seyðisfjörður, Island

    Boarding bei: Amazon Prime, Sky Ticket und Magentas

    Picnic At Hanging Rock

    Der Hanging Rock in Australien, 70 Kilometer außerhalb von Melbourne, ist eine sagenumwobene Felsformation, wo sich Aborigines-Stämme schon vor Zehntausenden von Jahren zu Zeremonien trafen. Im Jahr 1900 sollen dort drei Schülerinnen eines abgelegenen Internats spurlos verschwunden sein – bei einem Picknick am Valentinstag. Das jedenfalls hat sich die Schriftstellerin Joan Lindsay in ihrem Roman "Picknick am Valentinstag" 1967 so zusammengedichtet und so für eine moderne Legende und ein neues Touristenziel gesorgt. Denn tatsächlich passiert ist das nicht, auch wenn viele Australier das bis heute glauben.

    Die Serienadaption steckt zwar im Gewand einer bildgewaltigen Historienverfilmung, ist aber eigentlich eine hochaktuelle Mysteryserie in einer atemberaubend schönen Landschaft.

    Reiseziel: Outback nördlich von Melbourne, Australien

    Boarding bei: MagentaTV

    Dschinn

    Auf der antiken Handelsroute zwischen Rotem Meer und Totem Meer liegt in Jordanien die einstige Nomadenstadt Petra, deren wundersamen Felsbauten seit Hunderten von Jahren Menschen in ihren Bann ziehen – oder sind es die Dschinn, die sich dort alten Legenden zufolge verstecken sollen? Letzteres ist das Szenario der ersten arabischen Netflix-Produktion. Zwar bleibt die märchenhafte Teenserie für unseren Geschmack völlig unpolitisch (die jordanische Staatsanwaltschaft versuchte dagegen, die Ausstrahlung wegen jugendgefährdender Szenen zu stoppen), die Wüste Jordaniens und die Ruinen Petras stellt sie aber wunderbar zur Schau.

    Reiseziel: Amman, Jordanien

    Boarding bei: Netflix (abrufbar im arabischen Original mit deutschen Untertiteln)

    Tokyo Girl (東京女子図鑑)

    Tokyo hat 9,6 Mio. Einwohner und 23 Bezirke, und die Schülerin Aya aus Akita träumt davon, ihr Leben in der unübersichtlichen Metropole zu verbringen. Nach ihrem Studium ist es endlich so weit, sie zieht nach Sangenjaya im Bezirk Setagaya und beginnt ihre Karriere in einem Modeunternehmen. Aber statt groß durchzustarten und das Leben ihrer Träume zu führen, muss sie – wie alle anderen auch – ganz unten anfangen. Im Laufe der elf federleicht erzählten Episoden folgen wir Aya über die nächsten 20 Jahre ihres Lebens durch elf verschiedene Stadtteile und lernen Tokyo Bezirk für Bezirk langsam kennen.

    Reiseziel: Tokyo, Japan

    Boarding bei: Amazon Prime Video (verfügbar im japanischen Original mit englischen Untertiteln)

    © Amazon Prime Video

    Aya ist endlich in Tokyo angekommen

    High Seas (Alto Mar)

    Ein nagelneuer Luxusliner auf dem Weg nach Brasilien, eine tote Frau und 1650 Passagiere, von denen mindestens ein Dutzend verdächtig ist: "High Seas" ist die spanische Version vom "Orient Express”, angesiedelt in den 1940er-Jahren mit Mord, Intrigen, Leidenschaft und einer vergoldeten Art-Deco-Kulisse, an der man sich nicht sattsehen kann. Wie eine Runde "Cluedo", nur mit einer richtig unterhaltsamen Hintergrundgeschichte.

    Reiseziel: Vigo, Spanien und der Atlantische Ozean

    Boarding bei: Netflix (empfehlenswert im spanischen Original mit deutschen Untertiteln)

    Bezzel & Schwarz – Die Grenzgänger

    Das Reiseziel Bayern ist für den einen ein Heimaturlaub, für den anderen fast schon eine Fernreise: Der Bayer Sebastian Bezzel und sein österreichischer Krimi-Kompagnon Simon Schwarz lassen ihre Rollen (respektive: Franz Eberhofer und Rudi Birkenberger) zu Hause und reisen als Freunde quer durch Bayern und in die Grenzregionen des Freistaats, um herauszufinden, wie Österreicher, Thüringer, Hessen und Tschechen die Bayern sehen und umgekehrt. Was Bezzel und Schwarz entdecken, macht Lust auf eigene Abenteuer in der bayerischen Heimat – und über ihre Grenzen hinaus.

    Reiseziel: Bayern, Deutschland

    Boarding bei: BR Mediathek

    Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!

    Die neuesten Serien und die Geschichten dahinter werden Ihnen im BR-Serienpodcast “Skip Intro” vorgestellt. Zum Abo geht’s hier entlang.