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Kultur

Fellinis "La Strada" an der Münchner Schauburg | BR24

© Digipott

"La strada" nach Federico Fellini von Beat Fäh

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    Fellinis "La Strada" an der Münchner Schauburg

    Vor mehr als 60 Jahren feierte Federico Fellinis Film "La Strada" Premiere, jetzt steht die Geschichte auf der Bühne des Münchner Kinder- und Jugendtheaters "Schauburg". Bearbeitet und inszeniert vom Schweizer Regisseur Beat Fäh. Von Marie Schoeß:

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    Er beherrscht ein einziges Kunststück: eine Eisenkette kann Zampanó mit der Kraft seines Körpers sprengen. Kette anlegen, Brustkorb dehnen, Kette zerreißen. Mit dieser Nummer zieht Zampanó von Ort zu Ort, treibt das nötige Geld auf, um sich etwas zu essen, zu trinken und ein bisschen Vergnügung für die Nächte zu besorgen.

    Mit ihm unterwegs ist Gelsomina: eine junge Frau, deren Mutter sie für 10.000 Lire in die Hände des Lebemanns gegeben hat. Seitdem arbeitet und kocht Gelsomina für Zampanó, doch er beherrscht auch privat kein vielseitiges Repertoire. Alles, was er der etwas verrückten, etwas tapsigen jungen Frau entgegenbringt, ist Erniedrigung.

    Fesseln jeder Art: finanziell, sozial, emotional

    Das traurige Paar kreist Regisseur Beat Fäh in seiner Inszenierung ein. Um sie herum ist diese kleine Mauer gebaut, wie um eine Zirkusmanege, der sie nicht entkommen. Es ist ein schlichtes Bild mit viel Kraft: Die beiden können unterwegs sein, Tag für Tag, und kommen doch nicht vom Fleck. Sie können nicht ausbrechen aus dem Hamsterrad, in dem die Schauspieler auf der Bühne und die Figuren in der Gesellschaft gefangen sind.

    Die Inszenierung setzt ins Bild, was es heißt, immer zu den Abseitigen zu gehören, zu den Randgestalten einer Gesellschaft, die keine Möglichkeit haben, ihre Rolle zu wechseln. Und die schließlich glauben, dass sie genau dort hingehören. Die Angebote, von Zampanó loszukommen, schlägt Gelsomina alle aus:

    Wenn ich mit denen mitfahre, ist es dasselbe. Wenn ich bei Zampanó bleibe, ist es dasselbe. Ich bin unnütz, das ist es. Ich nütze niemandem.