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Fake oder Fakt? Die Frauenkirche wackelt | BR24

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Münchens Wahrzeichen scheint in sich selbst zu ruhen. Weder ein besorgniserregendes Knarzen oder Ächzen im Mauerwerk der Frauenkirche ist zu hören, noch ist ein Wanken des Bodens zu spüren. Aber hat da nicht gerade der Turm gewackelt!?

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Fake oder Fakt? Die Frauenkirche wackelt

Münchens Wahrzeichen scheint in sich selbst zu ruhen. Weder ein besorgniserregendes Knarzen oder Ächzen im Mauerwerk der Frauenkirche ist zu hören, noch ist ein Wanken des Bodens zu spüren. Aber hat da nicht gerade der Turm gewackelt!?

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Von
  • Jutta Neupert

Auf fast 100 Metern Höhe wird gerade die Aussichtsplattform des Doms erneuert. Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind und die Corona-Schutzmaßnahmen es erlauben, dürfen Besucher hier bald wieder die Aussicht auf München genießen. Aber können die mächtigen Türme dem Bau eines S-Bahn-Tunnels unter ihren Fundamenten standhalten?

Dom: bestvermessenstes Bauwerk der Stadt

Weil die Nähe des Doms zur Großbaustelle tatsächlich ein Thema war, wurden bei Baubeginn Experten der Technischen Universität München mit Messungen beauftragt. Peter Wasmeier vom Lehrstuhl für Geodäsie überwacht sie. Seit mittlerweile 15 Jahren, sagt er, werden nun die Bewegungen im Dom aufgezeichnet: "Ich glaube, der Dom dürfte in München eines der bestvermessensten Bauwerke überhaupt sein. Der Dom ist sicher", sagt Wasmeier.

Im Kirchenschiff sind zwei sogenannte Tachymeter angebracht. Mit diesen Messrobotern lassen sich Richtungen und Strecken messen zu Glasprismen, also zu Reflektoren, die die Forscher im Kirchenschiff angebracht haben: "Über die Veränderung dieser gemessenen Richtungen und Strecken können wir mehrmals täglich bestimmen, wie sich das Kirchenschiff relativ zueinander bewegt", erklärt Peter Wasmeier.

Leichtes Zittern in den Türmen

Die Messgeräte zeigen seit 15 Jahren an, dass sich das Gebäude zwar bewegt, aber nie Gefahr läuft, in Schieflage zu geraten:

"Wenn wir uns das Kirchenschiff anschauen, dann können wir eher nicht von einem Wackeln sprechen, das ist eher eine Sommer-Winter-Geschichte. Das Kirchenschiff wird im Sommer ein bisschen länger, als es im Winter ist. Wenn wir uns die Türme anschauen, könnte man tatsächlich von einem leichten Zittern sprechen, je nachdem, ob wir Wind oder ein Erdbeben haben oder ob Sommer oder Winter ist." Peter Wasmeier, TU München

Also ja, er wackelt. Aber nur ein bisschen. Und das darf er.

Wer’s glaubt, wird selig! STATIONEN tischt seinen Zuschauern skurrile Geschichten auf: etwa die von der Rose "Reinhardia" zu Ehren von Kardinal Reinhard Marx oder dem wackelnden Liebfrauendom. Stimmt’s oder ist alles nur erfunden? Die Auflösungen gibt’s auch in der STATIONEN-Sendung "Wunder. Wer's glaubt, wird selig" am Mittwoch, 30. September 2020, um 19 Uhr im BR-Fernsehen und in der BR-Mediathek.