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Fair Fashion mit Kleidertausch und Secondhand | BR24

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Bis zu 24 Kollektionen jährlich bringen Hersteller der sogenannten "Fast Fashion" auf den Markt. Immer mehr Menschen haben keine Lust mehr auf Wegwerf-Mode, sondern wollen sich fair und nachhaltig kleiden - Das macht ganz schön kreativ.

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Fair Fashion mit Kleidertausch und Secondhand

Bis zu 24 Kollektionen jährlich bringen Hersteller der sogenannten "Fast Fashion" auf den Markt. Immer mehr Menschen haben keine Lust mehr auf Wegwerf-Mode, sondern wollen sich fair und nachhaltig kleiden - Das macht ganz schön kreativ.

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Von
  • Elisabeth Tyroller

Jeder Deutsche kauft 60 neue Kleidungsstücke im Jahr - das sind fünf pro Monat. Bis zu 40 Prozent der Kleidung wird selten oder nie getragen. Doch immer mehr Menschen denken um und möchten sich nachhaltig kleiden.

Kleidung einfach tauschen

Schon seit einigen Jahren gibt es Kleidertausch-Börsen, die ganz einfach funktionieren. Jeder bringt Kleidungsstücke mit, die er nicht mehr trägt. Die mitgebrachten Teile werden auf Tischen verteilt und das, was einem gefällt, kann man anprobieren und mitnehmen. Wichtig ist, dass Hosen, Jacken, Pullover und T-Shirts sauber und unbeschädigt sind. Die Idee dahinter: Die Besucher sollen nicht nur ihren Kleiderschrank ausmisten und kostenlos "neue" alte Kleider mitnehmen, sondern auch ihr Konsumhaltung hinterfragen. So gibt es beispielsweise auf den Kleidertauschpartys, die der Verein Green City organisiert, auch eine Ausstellung zum Thema Nachhaltigkeit. Deshalb wird dort auch nicht nur getauscht, sondern auch repariert oder "upgecycelt", wie es im Secondhand-Jargon heißt. Dafür sind extra ehrenamtliche Schneiderinnen vor Ort, die beim Nähen und Ändern helfen.

"Ich will den Leuten einen Anstoß geben, dass sie ihre eigenen Sachen reparieren, und nicht gleich wegschmeißen und sich für fünf oder zehn Euro ein neues Teil kaufen", Schneiderin Johanna Waltl

Modenschauen mit Altkleidern

In München-Pullach macht man sich auch Gedanken um alte Kleidung. Phantasievoll kombiniert sehen sie allerdings gar nicht mehr so alt aus. Die Wirtschaftspsychologin Monika Stockinger-Knab konnte ihre Lieblingsklamotten in ihrem Kleiderschrank nicht mehr finden und gemerkt: Sie hat viel zu viel Kleidung. Das hat sie nachhaltig beschäftigt.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hatte sie die Idee, eine Modenschau zu organisieren, mit Kleidung, die Freundinnen und Freunde ausgemistet haben. für die Modenschau hat sie die Kleidungsstücke raffiniert kombiniert und stilvoll präsentiert. Damit will Stockinger-Knab andere inspirieren: "Ich will zeigen, dass Secondhand auch wahnsinnig cool sein kann. Es ist einfach nur die Frage, was man draus macht - und dass man es auch mit einer gewissen Haltung trägt", sagt Monika Stockinger-Knab. So trägt eines ihrer Models ein Outfit, das einem 90-jährigen Mann aus ihrem Dorf gehörte." Ich will die Leute sensibilisieren und zeigen: jeder kann bei sich und seinem Kleiderschrank anfangen."

Im Internet finden sich zahlreiche Termine für Secondhand-Modeschauen oder Kleidertauschbörsen und Adressen von Secondhand-Läden.

Mehr zum Thema Faire Kleidung statt "Fast Fashion" gibt es in STATIONEN am Mittwoch, 4. März 2020 um 19 Uhr im BR-Fernsehen und im Anschluss in der BR-Mediathek.