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Pfahlsitzer Alvin "Shipwreck" Kelly 1939

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    Fahnenmastsitzen und anderes - Sportarten für Exzentriker

    Was ist Sport? „Spiel, Zerstreuung, Ausgelassenheit und tumultuöse Heiterkeit“. So steht’s in Samuel Johnsons Wörterbuch von 1755. Das passende Buch dazu gibt’s jetzt auch – schräg und very british. Von Knut Cordsen

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    Der englische Autor Edward Brooke-Hitching versammelt in seiner „Enzyklopädie der vergessenen Sportarten“ lauter eigenwillige, wenn nicht gar verrückte Leibesübungen, von Autopolo bis Zentrifugalkegeln. In den 1920er Jahren etwa ging manch einer mit Lust dem Ballonspringen nach und hüpfte an den Seilen eines heliumgefüllten Ballons über die Lande. Unter den Bewunderern seinerzeit: Sir Arthur Conan Doyle, der ja eh ein Sportsfreund war.

    Mastsitzen und Tonnenreiten

    Der exzentrischen Ertüchtigungen sind viele in diesem köstlichen Buch: Alvin Kelly, Stuntman in Hollywood und ein Mann von „eisernem Gesäß“, war Spezialist im Fahnenmastsitzen, einem eher bewegungsarmen Sport. Als todesmutige Meisterin im Tonnenreiten wiederum muss Annie Edson Taylor gelten, die 1901, an ihrem 63. Geburtstag, in einem Fass die Niagarafälle herunterstürzte und überlebte.

    Olympische Kuriositäten

    Ob es das winterliche Eis-Tennis ist, das 1912 mal kurzzeitig in New York in Mode kam, oder das 200-Meter-Hindernisschwimmen in der Seine, das eine der bizarren olympischen Disziplinen 1900 in Paris war - Edward Brooke-Hitching wartet mit viel Witz und lauter Kuriosa auf. Wirklich: Mit so viel Spaß an der Sache lässt man sich gern in Sport unterrichten.

    Edward Brooke-Hitching: Enzyklopädie der vergessenen Sportarten. Aus dem Englischen von Matthias Müller. liebeskind 2016. München. 200 Seiten. 29 Euro