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Fälschungsverdacht: Miró-Schau in München abgesagt | BR24

© picture alliance/Photoshot

Begehrter Miró, in diesem Fall echt: Auktion bei Sotheby´s im Juni 2019

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    Fälschungsverdacht: Miró-Schau in München abgesagt

    Enttäuschung im Künstlerhaus am Münchner Lenbachplatz: Die große Sommerausstellung mit Druckgrafiken des katalanischen Künstlers Miró entfällt, weil französische Experten unter den vorgesehenen Exponaten Fälschungen entdeckt haben.

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    Die Plakate hängen weiter im ganzen Münchner Stadtgebiet: Ab kommenden Mittwoch sollten neunzig handsignierte Druckgrafiken sowie fünfzehn Plakate des katalanischen Surrealisten Joan Miró (1893 – 1983) im Künstlerhaus am Münchner Lenbachplatz in einer Sommerausstellung zu sehen sein. Doch die Schau "Joan Miró- Charme und Poesie der Farben" wurde am Tag vor der Vernissage völlig überraschend abgesagt. Der Grund: Nach tagelangen Verhandlungen mit den für die Miró-Werke zuständigen Kunstsachverständigen in Paris verdichteten sich zuletzt die Verdachtsmomente, dass ein Teil der vorgesehenen Exponate gefälscht sein könnte.

    Sammler hatte keine Ahnung

    Die alljährlichen Sommerausstellungen im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz speisen sich meist aus derselben Quelle: der umfangreichen Privatsammlung eines seriösen Sammlers aus dem Raum Bamberg, der in der Vergangenheit zum Beispiel Werke von Salvador Dalí oder Pablo Picasso mit großem Erfolg in München gezeigt hatte. Nie gab es auch nur den Hauch eines Verdachts, dass es sich bei den Exponaten um Fälschungen handeln könnte. Offensichtlich hatte der Sammler auch im Falle der farbigen Druckgrafiken von oder nach Miró keine Ahnung, dass er einem Fälscher aufgesessen sein könnte.

    © Künstlerhaus München

    Künstlerhaus am Münchner Lenbachplatz

    Miró lässt sich besonders gut fälschen

    Gefälschte Grafiken von Miró wären kein Einzelfall: Fachleute vermuten, dass bis zu vierzig, fünfzig Prozent der weltweit gehandelten Druckgrafiken populärer Künstler - genannt werden Marc Chagall, Salvador Dalí, Pablo Picasso, deutsche Expressionisten und Andy Warhol - gefälscht sein könnten. Gehandelt würden sie meist über inoffizielle Kanäle wie Computerplattformen oder Zeitungsanzeigen. Auch Joan Mirós Werk gehört zu den bei Fälschern besonders beliebten Objekten. Seine Bildfindungen – Reduktionen von realen Gegenständen zu bunten Flächen, Punkten, Symbolen – eignen sich besonders gut zur Nachbildung.

    Die Ausstellung "Joan Miró – Charme und Poesie der Farben“ hätte von Mittwoch an bis zum 8. September im Künstlerhaus am Lenbachplatz München gezeigt werden sollen. Jetzt wird sie nicht stattfinden.

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