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Mit spektakulären Aktionen prangern Umweltaktivisten von Extinction Rebellion die Zerstörung der Natur an. Sie färben Brunnen ein, um vor der globalen Wasserverschmutzung zu warnen. Dafür nehmen sie auch Geld- oder Gefängnisstrafen in Kauf.

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Extinction Rebellion: Aufstand gegen das Aussterben

Mit spektakulären Aktionen prangern Umweltaktivistinnen von Extinction Rebellion die Zerstörung der Natur an. Sie färben Brunnen ein, um vor der globalen Wasserverschmutzung zu warnen. Dafür nehmen sie auch Geld- oder Gefängnisstrafen in Kauf.

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Von
  • Birgit Rätsch

Susanne Egli ist Umwelt-Aktivistin und plant mit einer Gruppe Gleichgesinnter Aktionen, die Aufsehen erregen sollen. Zum Beispiel das Einfärben des Wassers von Münchner Brunnen. Ihren Lebensunterhalt verdient die Diplom-Biologin in der Münchner Auffangstation für Reptilien und bei der Umwelt-Organisation "Protect the Planet". Die meiste Zeit aber investiert sie in ihr Engagement für Extinction Rebellion.

"Mit 18 habe ich das erste Mal ein Riff in Thailand betaucht. Als ich zehn Jahre später wieder dort war, war es einfach tot. Für mich war das unglaublich. Mir ist da so richtig klar geworden, wie wenig Zeit wir haben und wie viel schon kaputt ist." Susanne Egli, Biologin und Umweltaktivistin

Extinction Rebellion bedeutet: Aufstand gegen das Aussterben. Die Umweltschutzbewegung wurde 2018 in London gegründet und hat sich dem zivilen Ungehorsam verschrieben, um auf das Massenaussterben von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen hinzuweisen.

Schutz von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen

Schon als Kind regte sich Susanne Egli über Umweltverschmutzung auf. Diese Empörung wurde immer stärker. Und irgendwann wurde ihr klar, dass sie als Biologin keine wissenschaftliche Karriere einschlagen wird, sondern sich für Umweltschutz engagiert und auf dafür auf die Straße geht: für die Bewahrung der Schöpfung. Die Angst erwischt zu werden, ist bei den Aktionen immer dabei. Denn wenn Wände bemalt, Wasser eingefärbt oder Straßen blockiert werden, drohen Anzeigen und damit verbunden auch hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen.

Rebellion gegen den Wachstumszwang

Allerdings: Beim Brunnen am Maximiliansplatz hat Susanne Egli die Behörden informiert, dass die Substanz beim Kontakt mit UV-Strahlung zerfällt, und die Graffitis mit einem Regenguss weggespült werden. Selbstverständlich will Extinction Rebellion der Umwelt nicht schaden. "Leider haben sie den Hinweis scheinbar nicht gelesen. Deswegen wird jetzt bei einem Brunnen das Wasser abgelassen. Was wir natürlich schade finden, weil wir kein Wasser verschwenden wollten. Aber es kann nicht immer alles perfekt laufen."

"Wir rebellieren gegen das Aussterben der Arten und im Endeffekt auch gegen unser Aussterben. Weil darauf wird es irgendwann einmal hinauslaufen Wir rebellieren auch gegen dieses ständige Wachstum, diesen andauernden Wachstumszwang, der dazu führt, dass wir unsere ganze Natur zerstören - für kurzfristige Konzerninteressen und für kurzfristige Interessen von Politikern, die wiedergewählt werden wollen.“ Susanne Egli

Weitere mutige Frauen sind am Mittwoch, 28. April 2021 in der Sendung STATIONEN im BR-Fernsehen zu sehen, und in der BR-Mediathek

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