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Tateo Nakajima soll Akustik für Münchner Konzertsaal planen | BR24

© Tobias Hase/dpa

Siegerentwurf des Architektenbüro Cukrowicz

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    Tateo Nakajima soll Akustik für Münchner Konzertsaal planen

    Die Entscheidung ist gefallen: Der in London und Berlin ansässige Fachmann Tateo Nakajima vom Design-Büro ARUP soll für besten Klang im geplanten Konzerthaus in München sorgen. Er hat persönliche Erfahrungen als Geiger und Dirigent.

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    Der kanadische Akustik-Experte Tateo Nakajima vom Design-Büro ARUP (London/Berlin) soll im neuen Münchner Konzertsaal für den perfekten Sound sorgen. Der Fachmann hat Erfahrungen als Geigenspieler und Dirigent. So leitete er Orchester in Frankreich, der Schweiz und Rumänien, stand aber 1997 auch schon an der Wiener Staatsoper bei einer Ballett-Premiere am Pult ("Laus Deo").

    Er wurde nun nach einem Vergabe-Wettbewerb mit der Planung der Akustik beauftragt, wie das bayerische Bauministerium mitteilte. Nakajima studierte in Kanada, den Niederlanden und Japan und war unter anderem schon für die Akustik der Konzertsäle in Montreal, Sao Paulo und Breslau verantwortlich. Kunstminister Bernd Sibler äußerte sich zur Entscheidung in einer Pressemitteilung: "Ich freue mich, dass der nächste Schritt auf dem Weg zu einem erstklassigen Konzerthaus nun ansteht! Der Klang bildet die Seele eines Konzerthauses, er macht das Haus unverwechselbar. Das wollen wir auch für unser Konzerthaus erreichen! Dafür setzen wir auf die Erfahrung der Akustiker, die Gestaltungskraft der Architekten und die Leidenschaft der Musiker. Mit dem renommierten Akustik-Büro ARUP als Partner kann diese gemeinsame Gestaltung in hervorragender Weise gelingen."

    BR-Chefdirigent wollte zunächst anderen Experten

    Nakajima soll nun mit dem Architekturbüro Cukrowicz Nachbaur aus Bregenz zusammenarbeiten, das 2018 den Zuschlag für die Planung des neuen Konzerthauses im Münchner Werksviertel bekommen hat. Das Haus soll vor allem dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks eine musikalische Heimat werden. Dort herrschte Freude über den Auftrag für Nakajima. Chefdirigent Mariss Jansons sagte: "Ich freue mich sehr, dass das Akustiker-Auswahlverfahren nun zu einem erfolgreichen Abschluss kommt. Herr Nakajima ist ein erfahrener und hoch kompetenter Fachmann, der für die Akustik in hervorragenden Konzertsälen verantwortlich zeichnet. Es ist bekannt, dass ich mich im Vorfeld für einen anderen Kandidaten ausgesprochen habe. Ich bin aber sicher, dass nun eine ausgezeichnete Entscheidung getroffen wurde, und freue mich bereits auf die Zusammenarbeit mit Herrn Nakajima auf unserem Weg zu einem akustisch exzellenten Konzerthaus München."

    Jansons hatte sich zunächst für Yasuhisa Toyota ausgesprochen, einem weltweit gefragten Akustiker, der bei der Sanierung des Münchner Gasteigs mitwirken soll und sich hierzulande mit der Elbphilharmonie einen Namen gemacht hat.

    Orchester "beeindruckt und begeistert"

    Seitens des BR-Symphonie-Orchesters (BRSO) hieß es schriftlich: "Die Musikerinnen und Musiker des BRSO sind überaus glücklich, dass mit Tateo Nakajima ein sehr erfahrener und erfolgreicher Akustiker das Konzerthaus München gestalten wird. Herr Nakajima kreierte die jungen Konzertsäle in Montreal, Sao Paulo und Breslau/Wroclaw, die allesamt zu den herausragenden Konzertsälen der Welt zählen und deren Akustik uns über alle Maßen beeindruckt und begeistert hat. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind überzeugt, dass München ein akustisch exzellentes Konzerthaus bekommen wird."

    Konzerthaus in der Nähe des Münchner Ostbahnhofs

    Das Konzerthaus entsteht im Münchner Werksviertel – verkehrsgünstig in der Nähe des Münchner Ostbahnhofs gelegen. Dort sollen Musikerlebnisse unterschiedlichster Art für rund 2.600 Besucher in drei Aufführungsorten angeboten werden. Der große Konzertsaal bietet Platz für ca. 1.800 Zuhörer, der kleine Konzertsaal soll rund 600 Sitzplätze umfassen. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO), als einer der weltweit führenden Klangkörper, hat ein Erstbelegungsrecht.