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Evangelische Kirche diskutiert über Rabatte bei Kirchensteuer | BR24

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Symbolbild Kirchensteuer

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    Evangelische Kirche diskutiert über Rabatte bei Kirchensteuer

    Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) denkt über eine Reform der Kirchensteuer nach. Vor allem Berufseinsteiger sollen von den Zahlungen an ihre Landeskirche entlastet werden. Ziel ist es, Kirchenaustritte zu verhindern.

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    Mit der ersten Gehaltsabrechnung bekommen Berufseinsteiger oftmals wieder vor Augen geführt, dass sie noch Kirchenmitglied sind. Dann zahlen sie erstmals Kirchensteuer. Der Staat zieht sie automatisch vom Bruttogehalt ab und gibt sie an die jeweilige Kirche weiter.

    Berufsanfänger treten oft wegen Kirchensteuer aus

    Wenn junge Erwachsene nicht mehr viel mit Kirche zu tun haben, sei das oftmals ein Grund für den Kirchenaustritt, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford Strohm, in der "Welt". Daher diskutiere man in der EKD inzwischen, bei Berufseinsteigern mit der Kirchensteuer noch zu warten – oder aber nur einen geringeren Prozentsatz vom Bruttogehalt einzubeziehen.

    Kirchensteuer soll sich an Lebenssituation anpassen

    Mehr Flexibilität bei der Kirchensteuer würde des Weiteren auch für Lebenssituationen diskutiert, "die das Kirchenrecht bisher nicht vorsieht, die menschlich aber nachvollziehbar sind", so der Ratsvorsitzende wörtlich, ohne konkrete Personengruppen zu nennen.

    Die Diskussion um die Kirchensteuer ist Teil eines Reformprozesses der EKD, die vor rund einem Monat bereits elf Leitsätze für Reformen in ihren zwanzig Landeskirchen in Deutschland vorgelegt hatte. "Junge Menschen brauchen am Anfang des Berufslebens und in der Phase der Familiengründung Entlastungsmöglichkeiten", heißt es dort. Entsprechend sollten "Spielräume bei der Kirchensteuerpflicht" genutzt werden.

    Flexible Kirchensteuer staatskirchenrechtlich möglich?

    Ob eine solche flexible Kirchensteuer religionsverfassungsrechtlich bzw. staatskirchenrechtlich möglich ist, muss allerdings erst noch geklärt werden. Aktuell befinde man sich noch in der "inhaltlichen Konkretisierung", erklärte die Pressestelle der EKD gegenüber dem BR.

    Katholische Kirche sieht keinen Handlungsbedarf

    Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) plant dagegen laut eigener Aussage keine Absenkung der Kirchensteuer für bestimmte Gruppen. Dies erklärte sie auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur. Basis für die Berechnung der Kirchensteuer sei die staatliche Lohn- und Einkommensteuer. Das bedeute, es zahlten grundsätzlich nur diejenigen Kirchenmitglieder Kirchensteuer, die hierzu aufgrund ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in der Lage seien, hieß es. "Dies sind knapp die Hälfte der Katholiken."

    Wer keine Lohn- und Einkommensteuer zahle, sei grundsätzlich auch kein Kirchensteuerzahler. Das gelte für Geringverdiener, meistens auch Rentner, Arbeitslose, Kinder sowie Schüler und Studierende, so die Bischofskonferenz.

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