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"Es gibt keine Jugendsprache!"

"Fly sein" ist das "Jugendwort des Jahres". Es bedeute, jemand oder etwas "geht besonders ab". Der Sprachwissenschaftler Nils Uwe Bahlo hält die Kür des Jugendwortes für "einen etwas verkünstelten Wettbewerb". Das sagte er in der Bayern 2-radioWelt.

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Eine 20-köpfige Jury hatte das Wort gewählt. In einer Online-Abstimmung hatte "fly sein" vorher nur 4,4 Prozent der Stimmen erreicht. Spitzenreiter war der Begriff "isso" als Zustimmung oder Unterstreichung von etwas mit 20 Prozent, gefolgt von "Vollpfostenantenne" für einen Selfiestick.

Der wurde nach Angaben der Jury-Mitglieder, die nicht an die Ergebnisse der Abstimmung gebunden sind, aber schnell aussortiert, weil er zu wenig kreativ schien. "Fly sein" komme aus der Hip-Hop-Sprache und finde gerade erst seinen Eingang in die Jugendsprache.

Die jährliche Wahl zum "Jugendwort" des Jahres ist eine Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags für sein Jugendsprachen-Lexikon und nicht unumstritten.

Der Sprachwissenschaftler Nils Uwe Bahlo ist Experte für Jugendsprache und hält die Kür des Jugendwortes durch den Langenscheidt-Verlag für "einen etwas verkünstelten Wettbewerb". Denn die Datenerhebung laufe so ab, dass jeder im Internet Begriffe in eine Liste eintragen könne. "Das ist problematisch, denn Jugendsprache ist eine gesprochene Sprache, die immer den Kontext braucht."

Ohnehin gebe es keine einheitliche Jugendsprache, genauso wenig wie es "den Jugendlichen" gebe. Vielmehr seien es "Muster oder Stile, die sich ganz individuell oder gruppenspezifisch ausprägen, deren Basis aber immer die deutsche Sprache ist." Allerdings, so Bahlo, hätten auch die verschiedenen Dialekte großen Einfluss. Weitere Einflüsse seien das Bildungsniveau, bzw. verschiedene Lebensmilieus, also das sozio-kulturelle Umfeld.