BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Mensch, Manager, Kardinal: Erzbischof Reinhard Marx | BR24

© BR/ STATIONEN
Bildrechte: BR/ STATIONEN

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising

5
Per Mail sharen

    Mensch, Manager, Kardinal: Erzbischof Reinhard Marx

    "Habt Hoffnung!" – Auch zu Ostern war das der Appell von Kardinal Reinhard Marx. Schon seit Beginn der Pandemie ruft er dazu auf, in der Krise kreativ nach Möglichkeiten zu suchen, um Familien, arme, kranke oder alte Menschen zu unterstützen.

    5
    Per Mail sharen
    Von
    • Andrea Kammhuber

    Er sehe robuster aus als er ist, sagt Kardinal Reinhard Marx von sich selbst. Dabei erscheint der Katholik doch stets engagiert, kämpferisch und schlagfertig. Seit 2008 ist er Erzbischof von München und Freising, für das Amt wechselte der damals 54-Jährige von Trier nach München. Er gilt als konservativ und rom-treu, gibt sich modern und unkonventionell. Wie ist er nun wirklich - progressiv oder konservativ? Der Erzbischof will sich in keine dieser Schubladen so recht stecken lassen.

    "Die Tradition ist wichtig, aber nicht als Einmauerung, sondern als Kraftquelle." Kardinal Reinhard Marx

    Freiheit ist Kernbotschaft des Christentums

    Der Löwe in seinem Wappen ist für den gebürtigen Westfalen aus Geseke Programm. Sein bischöflicher Wahlspruch "Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit" gibt die Richtung seines Handelns vor: Freiheit gehört für ihn zu den Kernbotschaften des Christentums. Er möchte den Menschen Mut machen, sich auf der Grundlage christlicher Werte einzumischen und die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft mitzugestalten. Das erfordert - gerade in Zeiten der Corona-Pandemie - Kreativität und seit Jahren eine hohe Konfliktfähigkeit.

    "Die Zeichen der Zeit zu lesen im Licht des Evangeliums, das bedeutet: Lernen, was Kirche im Aufbruch ist; Manches hinter sich zu lassen, was Vergangenheit ist, was Irrtum war, was nicht zukunftsfähig ist, und so zu erkennen, was uns heute aufgetragen ist." Kardinal Reinhard Marx

    Bis 2020 war er Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz. Eine in vielerlei Hinsicht anstrengende Zeit. Angesichts des Missbrauchsskandals, der stetig wachsenden Zahl von Kirchenaustritten und des Priestermangels beklagen viele einen Problemstau in der katholischen Kirche.

    "Wir müssen im Gespräch bleiben"

    "Gleich und berechtigt, jetzt!" – skandierten Frauen vor Beginn der Bischofskonferenz in Mainz. Nicht nur Maria 2.0, auch die großen deutschen katholischen Frauenverbände und viele Ordensfrauen fordern mehr Rechte für Frauen in der katholischen Kirche. Im März 2020 übergaben sie Kardinal Marx und Thomas Sternberg vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken über 130.000 Unterschriften.

    "Wir werden manche Fragen nicht entscheiden können, das wissen Sie alle und da bitte ich um Verständnis, dass Sie vom Synodalen Weg und von der Bischofskonferenz nichts erwarten, was wir nicht erfüllen können. Aber die Diskussion muss weitergehen, darf nicht beendet, nicht verboten werden und deshalb ist es wichtig, dass Sie sich zu Wort melden und dass wir miteinander im Gespräch bleiben." Kardinal Reinhard Marx

    Kardinal Reinhard Marx hatte – gegen den Widerstand einiger Mitbrüder im Bischofsamt – 2019 den Synodalen Weg mit angestoßen. Gemeinsam will er mit Laien, Klerikern, Frauen und Männern nach Lösungen für die anstehenden Fragen suchen, auch wenn es mühsam ist. Doch es gibt nicht nur Widerstand in den eigenen Reihen, sondern auch aus Rom. Wie geht der Kardinal, der auch einer der engsten Mitarbeiter von Papst Franziskus ist, damit um?

    Diese und weitere Frage beantwortet die Sendung "Stationen" heute Abend um 19 Uhr im BR Fernsehen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!