Chanukka-Leuchter
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In Schwabach gibt es am Sonntag, den 16. Juli am Jüdischen Museum Franken erstmals ein Synagogengassenfest.

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Erstes Synagogengassenfest am Sonntag in Schwabach

Ein buntes Fest soll es werden, das die Vergangenheit und Gegenwart erlebbar macht: das Synagogengassenfest am Sonntag in Schwabach. Dabei trifft am Jüdischen Museum aktuelles jüdisches Leben auf eine historische Kulisse.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Am Jüdischen Museum Franken in Schwabach wird am Sonntag von 11.00 bis 16.00 Uhr das erste Synagogengassenfest gefeiert. Dabei trifft aktuelles jüdisches Leben auf eine historische Kulisse, heißt es in der Ankündigung des Jüdischen Museums. Beides zusammen soll jüdisches Leben früher und heute erlebbar machen. Künftig soll alle zwei Jahre ein Synagogengassenfest in Schwabach gefeiert werden.

Ausstellung über jüdischen Fabrikanten

Das Fest startet mit der Preview der Wechselausstellung "Tuchmann verschwindet – Leben und Schicksal eines Schwabacher Fabrikanten". Darin geht es um das Leben des Schwabacher Grammophonnadelherstellers Walter Tuchmann und dessen Frau Elise. Der jüdische Unternehmer galt in Schwabach lange als Wohltäter. Nachdem in der Zeit des Nationalsozialismus die antisemitische Hetze ihm gegenüber zunahm, floh er 1937 in die Tschechoslowakei. 1942 starb er im Alter von 51 Jahren in Mexiko. Seine überstürzte Flucht sei von seiner Belegschaft als "plötzliches Verschwinden" wahrgenommen worden, so das Jüdische Museum.

Zu sehen sind unbekannte und noch nie gezeigte Fotografien aus dem Leben Walter Tuchmanns sowie Dokumente und Objekte aus Tuchmanns Fabrik, dem Drei-S-Werk. Die Ausstellung im Jüdischen Museum Franken und in der ehemaligen Synagoge wird am 27. Juli offiziell eröffnet. Beim Synagogenfest kann sie jedoch schon vorab besichtigt werden. Die Schau ist anschließend bis zum 1. Januar 2024 zu sehen.

"Happy Hippie Jew Bus" und Marimbaphone-Workshop

Bei dem Fest in Schwabach können Besucherinnen und Besucher mit Anna Adam in ihrem "Happy Hippie Jew Bus" über Gott und die Welt reden. Der Künstlerin geht es um neue Wege in ein demokratisches, interkulturelles und weltoffenes Deutschland. Außerdem bietet der in New York geborene Marimbaphonspieler Alex Jacobowitz einen Workshop an.

Kriminalfälle aus dem Talmud und Führungen

Wer sich für spannende Geschichten interessiert, kann zusammen mit der Bamberger Rabbinerin Antje Yael Deusel Kriminalfälle aus dem Talmud lösen. Darüber hinaus werden stündlich Führungen zum früheren jüdischen Leben in Schwabach angeboten – seit der Shoa leben keine Juden mehr in der Stadt.

Eintritt für das Fest wird nicht verlangt, allerdings für das Abschlusskonzert: Um 17.00 Uhr spielt das Ensemble simkhat ha-nefesh, was auf hebräisch "Freude der Seele" heißt.

Das Jüdische Museum Schwabach gehört als Dependance zu den Jüdischen Museen Franken. Weitere Informationen über das Fest, Dauerausstellungen und zu den Museen finden Sie auf den Seiten der Jüdischen Museen Franken.

  • Zu Artikel: Nach Anschlag in Ermreuth – Wie schützt man ländliche Synagogen?

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