BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Erster Auftritt seit März: Regensburger Domspatzen in Hamburg | BR24

© BR/Eckhart Querner

Auftritt der Regensburger Domspatzen in der Elbphilharmonie

18
Per Mail sharen

    Erster Auftritt seit März: Regensburger Domspatzen in Hamburg

    Die Regensburger Domspatzen haben sich in der Hamburger Elbphilharmonie auf der Konzertbühne zurückgemeldet. Mit einem reinen A-Cappella-Programm und einem ausgefeilten Hygienekonzept präsentierte sich der Knabenchor am Sonntag in zwei Matineen.

    18
    Per Mail sharen

    Die beiden Konzerte in der Elbphilharmonie sind der erste Auftritt der Regensburger Domspatzen seit Beginn des Lockdowns im März. Den Jubel des "Exultate Deo" von Alessandro Scarlatti stimmen die Regensburger Domspatzen an diesem Sonntag sehr gerne an – denn endlich dürfen sie wieder singen, gemeinsam. Zum ersten Mal seit acht Monaten steht der sogenannte Reisechor mit 54 Mitgliedern auf der Konzertbühne – und das gleich in der weltberühmten Hamburger Elbphilharmonie. Entsprechend euphorisch ist Domkapellmeister Christian Heiß.

    "Das Gebäude an sich ist natürlich sensationell genug. Dass wir es geschafft haben, wirklich hier sein zu können, trotz aller Widrigkeiten, die uns Corona bringt: Das ist für uns das Beste, was uns passieren kann." Christian Heiß, Domkapellmeister

    Sonntagmorgen um kurz nach acht kommt der Regensburger Reisebus an. Vor ihrer Abreise aus Regensburg wurden alle Sänger zweimal auf Corona getestet – wäre nur ein Domspatz positiv gewesen, hätten alle daheimbleiben müssen. Die strengen Regeln gelten auch für Hamburg: Nur in kleinen Gruppen dürfen die Buben und jungen Männer mit dem Aufzug in den 12. Stock des Konzerthauses an der Elbe hochfahren.

    "Was macht ein Chor ohne Auftritte?"

    Auf der Bühne müssen sie mindestens eineinhalb Meter Abstand halten. Für Sänger und Chorleiter ist das nicht einfach, denn mit viel Abstand hören sie sich gegenseitig nicht besonders gut. Eine Herausforderung für das gemeinsame Singen.

    "Was macht ein Chor ohne Auftritte? Und deswegen ist es schon toll und dass wir gleich hier in der Elbphilharmonie wieder starten mit der Konzertsaison – das ist wirklich toll." Andreas Haberl, Domspatz

    Trotzdem – die gut 50 Sänger freuen sich, endlich wieder ein Publikum zu haben, für das sie singen können - der bestmögliche Start in die von Corona überschattete Konzertsaison. Ein Chor ohne Auftritte: für viele ist das kein richtiger Chor. Für manchen sind die beiden Auftritte in Hamburg sogar wie ein zweites Mal Weihnachten im Jahr.

    Fünf Minuten Zeit, um für die Elbphilharmonie zuzusagen

    Möglich wurde das Hamburger Konzert der Domspatzen, weil ein anderer Chor absagen musste: er konnte die Hygieneauflagen nicht erfüllen. Ende August ging die Anfrage vom Veranstalter in Regensburg ein. Fünf Minuten war Zeit für Chorleiter und Management, zuzusagen. Seitdem war Chormanagerin Christine Ostrower jeden Tag mit der Vorbereitung der beiden Matineen in Hamburg beschäftigt – ein Kraftakt, vor allem wegen der unterschiedlichen Regeln in den verschiedenen Bundesländern, die sich zunächst nur schwer vereinbaren ließen.

    Das intensive Proben der Domspatzen hat sich gelohnt

    Einen Pluspunkt hatten die Domspatzen: für eine vom Freistaat geförderte Studie begann kurz vor Abreise nach Hamburg eine engmaschige Corona-Testung der Jungs. Die Elbphilharmonie wusste davon und vermittelte die beiden Konzert-Matineen.

    "Die Elbphilharmonie hat von der Studie im Vorfeld erfahren. Das war der ausschlaggebende Grund, uns überhaupt ins Spiel zu bringen, weil viele Ensembles im Moment diese Auflagen aus eigenen Kräften nicht erfüllen können. Diese Studie erlaubt uns eine Grundtestung auf Corona. Und dadurch können wir mit einem anderen Setting in das Ganze hineingehen." Christina Ostrower, Chormanagerin

    An diesem Sonntagmorgen singen die Domspatzen 75 Minuten am Stück. Nur ein Drittel der Plätze im großen Saal der Elbphilharmonie ist besetzt – mehr Zuhörer dürfen derzeit nicht herein. Trotzdem, das Publikum ist begeistert, fordert Zugaben und feiert die Sänger. Für sie hat sich das intensive Proben gelohnt, und die Erleichterung ist groß, dass die Konzerte stattfinden konnten. Unvorstellbar groß die Enttäuschung, wenn die Auftritte wegen eines Corona-Falls unter den Sängern in letzter Minute hätten abgesagt werden müssen.

    Erlösung nach langer Zeit

    Auch Domkapellmeister Christian Heiß ist die Erleichterung anzumerken. Das monatelange Hoffen auf den Beginn ihrer gewohnten Konzerttätigkeit hat sich gelohnt. Für die Domspatzen – und für ihren Chef.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!