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Bildrechte: PRO EVENTS Veranstaltungs GmbH/Marcus Schlaf

Letzten Sommer ist "Klassik am Odeonsplatz" komplett ausgefallen, dieses Jahr gibt es das Konzert wieder, am kommenden Samstag. Wir waren bei den Proben dabei, als sich die Musiker nach über einem Jahr wieder in der Gruppe gesehen haben.

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Endlich wieder Kultur – aber das Publikum ist zurückhaltend

Nach der neuen Infektionsschutzverordnung sind wieder Kulturevents für ein größeres Publikum möglich. So kann etwa das Konzert "Klassik am Odeonsplatz" am Wochenende stattfinden. Die Musiker freut das - das Publikum ist aber noch zurückhaltend.

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Von
  • Mathias Flasskamp

Lionel Cottet der Solo-Cellist im BR-Symphonieorchester, hat seine Kollegen und Kolleginnen coronabedingt seit 2019 nicht mehr gesehen. Die erste gemeinsame Probe für das Konzert am Odeonsplatz bei der das gesamte Ensemble wieder nebeneinander in echter Orchesterbestuhlung sitzt, fühle sich für ihn an, wie eine Wiedergeburt, sagt der 34-jährige Musiker. "Wir haben uns bei der ersten Probe alle gegenseitig mit Handys gefilmt, weil das für uns so unglaublich war. Endlich wieder das lang vermisste Gemeinschaftsgefühl, das Musik so stark macht!" Die Stimmung bei den Proben ist hervorragend, es wird viel gelacht. Es wird auffallend viel gelacht.

Kritik an der Infektionsschutzverordnung aus Nürnberg

Weniger gut fällt dagegen derzeit die Stimmung in Nürnberg aus. Hier muss das Klassik-Open-Air im Luitpoldhain auch heuer wieder abgesagt werden. Grund: die aktuelle Infektionsschutzverordnung. 2.000 Zuschauer wären maximal zugelassen. Das reicht aber wirtschaftlich nicht aus für die Organisation eines Events, das vor Corona mehrere Zehntausend Besucher hatte. Die Enttäuschung ist dem Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König deutlich anzumerken. "Wir hätten es gerne mit 8.000 Zuschauern organisiert, aber das war nicht möglich", sagt der Politiker. Dann müsse man vielleicht das Event in ein Fußballstadion verlegen, denn in Fußballstadien scheine es ja derzeit zu gehen, dass Zehntausende Besucher zusammenkommen, fügt König mit ironischem Unterton hinzu.

In München dagegen wird das Klassik-Event auf dem Odeonsplatz am Samstag mit maximal 2.000 Zuschauern über die Bühne gehen. Allerdings gibt es auch hier Überraschungen.

Vorsichtiges Publikum

Noch sind etwa 20 Prozent der Karten zu haben, obwohl die Veranstalter eigentlich davon ausgegangen waren, dass hier alles schnell ausverkauft ist. Den Psychologen Dr. Simon Hahnzog wundert das hingegen nicht. Er meint, die Rückkehr zur Normalität nach der Pandemie werde noch einige Zeit dauern: "Wir haben in der Pandemie neue Normen erlernt. Zu Hause bleiben, nicht ins Theater, nicht ins Kino, nicht in Konzerte gehen. Diese erlernten Normen wieder zu überwinden und neue zu akzeptieren, braucht Zeit," sagt der Wissenschaftler.

Das manche noch zurückhaltend sind, hat aber auch seine Vorteile. Denn jetzt hätten Musik-Fans im Gegensatz zu früheren Jahren auch kurzfristig noch die Chance, für "Klassik am Odeonsplatz" eine Karte zu bekommen, meint der Manager des BR-Symphonieorchesters Ulrich Hauschild: "Es wird eine Abendkasse geben für beide Konzerte um 17.30 Uhr und um 21.30 Uhr. So können auch Kurzentschlossene am Veranstaltungstag noch Karten erwerben."

Vorfreude beim BR-Symphonieorchester

Solo-Cellist Lionel Cottet und seine Orchesterkollegen proben unterdessen weiter. Sie werden am Samstag Werke von Debussy, Schumann und Strawinsky spielen. Lionel fiebert den beiden Auftritten regelrecht entgegen: "Endlich wieder vor einem größeren Publikum spielen, das haben wir lange vermisst und darauf freuen wir uns sehr", sagt der Solo-Cellist. Für ihn und das gesamte BR-Symphonieorchester ist der kommende Samstag ein emotionales Highlight nach anderthalb Jahren Auftrittspause.

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