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"Quo vadis, Aida?" ist als bester fremdsprachiger Spielfilm für einen Oscar nominiert.

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    Emotionales Srebrenica-Drama: Oscar-Anwärter "Quo Vadis, Aida?"

    Die bosnische Regisseurin Jasmila Žbanić hat sich an die Verfilmung des ersten Spielfilms über Genozid in Srebrenica gewagt. Am Sonntag geht sie damit bei der Oscar-Verleihung ins Rennen. Ihr Werk ist als bester fremdsprachiger Spielfilm nominiert.

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    Von
    • Ariane Dreisbach

    Srebrenica im Juli 1995. Wenige Tage vor dem Völkermord an mehr als 8000 Bosniaken. Hier beginnt die Geschichte der Übersetzerin Aida. Aus ihrer Sicht erzählt der Film „Quo Vadis, Aida?“ den Genozid an der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung in Srebrenica während des Bosnienkrieges. Es ist der erste Spielfilm zum Thema, gemacht von der bosnischen Regisseurin Jasmila Žbanić.

    „Ich glaube, viele Leute – gerade jüngere – wissen nichts über Srebrenica. Aber auch die, die meinen, Bescheid zu wissen, haben glaube ich nur Grundwissen. Sie haben kein emotionales oder tieferes Wissen darüber, was passiert ist. Im europäischen Bewusstsein ist das nicht sehr präsent.“ Jasmila Žbanić, Regisseurin

    Das will Jasmila Žbanić mit ihrem Film ändern, der letztes Jahr Premiere gefeiert hat und nun als bester fremdsprachiger Spielfilm für einen Oscar nominiert ist. Wohin gehst du, Aida? fragt der Titel. Der Film folgt der Hauptfigur, die Dolmetscherin für die UNO-Blauhelmsoldaten in Srebrenica ist. Sie muss übersetzen, dass keine Menschen mehr auf das sichere Gelände der UNO gelassen werden. Aida wird Zeugin, wie die niederländischen UNO-Soldaten im Juli 1995 nicht verhindern, dass bosnisch-serbische Truppen mehr als 8000 Menschen ermorden. Und sie versucht verzweifelt, ihren Mann und die beiden Söhne zu retten. Vergeblich.

    Immer noch ein großes Thema in Südosteuropa

    1700 Opfer des Völkermords in Srebrenica gelten heute noch als vermisst. Viele Täter sind nicht gefasst, immer wieder wird der Genozid sogar geleugnet. Das Thema spaltet die Gesellschaften in Südosteuropa. "Wir würden alle davon profitieren, wenn keine Kriegsverbrecher mehr unter uns leben würden", betont Jasmila Žbanić: "Und wir würden alle davon profitieren, wenn die Gesellschaft diese Kriegsverbrecher nicht mehr glorifizieren würde. Ich will diese Mythen über Nationen und Völker und Kriegsverbrecher zerstören.“

    Film löste bei Premiere starke Emotionen aus

    Zum ersten Mal in Bosnien-Herzegowina gezeigt hat die Regisseurin Jasmila Žbanić ihren Film im Oktober 2020. In der Srebrenica-Gedenkstätte. Eingeladen: etwa 100 junge Leute aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen: Serben, Kroaten und Bosniaken.

    „Was wirklich schön für mich war: Ein serbischer Junge aus der Republika Srpska ist nach dem Film aufgestanden und hat gesagt, dass er den halben Film über geweint hat. Dass er möchte, dass seine Freunde, die Kriegsverbrecher glorifizieren, diesen Film sehen. Dieser Mann ist in einer bosnischen Gesellschaft voller Hass aufgewachsen – und trotzdem hat er so viel Mitgefühl gezeigt und für andere geweint.“ Jasmila Žbanić, Regisseurin

    Jasmila Žbanić will mit ihrem Film zeigen: Ihr könnt euch mit dem Völkermord in Srebrenica beschäftigen, ohne euch von der Vergangenheit gefangen nehmen zu lassen. Und auch all denen, denen Bosnien weit weg scheint, soll er eine Mahnung sein: "Ich will, dass die Leute verstehen, was passieren könnte, wenn wir in Zustände abrutschen, die dem Faschismus ähneln, in eine Geisteshaltung, in der manche weniger wert sind als andere", sagt sie: "Ich habe die Hoffnung, dass der Film für mehr Empathie sorgt – die wir heute mehr als je zuvor brauchen.“

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