BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Chris Pizzello/Picture Alliance
Bildrechte: Chris Pizzello/Picture Alliance

Steven Spielberg

Per Mail sharen

    Einsame Tage: Steven Spielberg verfilmt die eigene Kindheit

    In der Schule wurde er wegen seiner jüdischen Herkunft gehänselt und misshandelt. Jetzt will der berühmte Hollywood-Regisseur seine Erlebnisse zum Thema eines Films machen. Die Dreharbeiten beginnen im Sommer, der Kinostart ist für 2022 geplant.

    Per Mail sharen
    Von
    • Peter Jungblut

    Mit 74 Jahren blickt Steven Spielberg zurück: Wie Hollywood-Medien berichten, arbeitet er derzeit an einem Drehbuch, das von seiner eigenen Kindheit und Jugend inspiriert ist. Wie wichtig ihm dieser Film ist, lässt sich daran erkennen, dass er seit zwanzig Jahren nicht mehr an einem Skript mitgewirkt hat. Auch diesmal wird Tony Kushner ("Engel in Amerika") die Hauptarbeit erledigen, aber wegen der autobiografischen Bedeutung geht Spielberg persönlich über den Text. Drehstart soll im Sommer sein, der Film könnte schon nächstes Jahr in den Kinos zu sehen sein.

    Beschimpft auf den Schul-Fluren

    Spielberg hat mehrfach über seine schwierige Jugend gesprochen. Er wurde 1945 in Cincinnati/Ohio geboren, später wuchs er in New Jersey und Phoenix/Arizona auf. Wegen der jüdischen Herkunft seiner Eltern und einer Wortfindungsstörung (Dyslexie) wurde er nach eigenen Angaben in der Schule immer wieder Opfer von Misshandlungen und Beschimpfungen. Mitschüler sollen über die Flure gerufen haben "Die Spielbergs sind dreckige Juden". Der so Gescholtene revanchierte sich, indem er Erdnussbutter an die Fenster seiner Peiniger strich, wie er dem "Guardian" verriet. Weil einer seiner Mitschüler aussah wie John Wayne, besetzte er ihn prompt in einem Amateurfilm auf Super 8 als "Kriegshelden" und schikanierte ihn mit "Explosionen", die aus Mehlstaub bestanden. Seitdem soll ihn der Rabauke nie mehr belästigt haben. Daraus will Spielberg gelernt haben, wie mächtig das Medium Film sein konnte.

    Er saß im Zimmer und schnitt seine Filme

    "Lieber als Freundschaften zu schließen und mit den anderen beim Brunnen abzuhängen, ging ich nach Hause, um Drehbücher zu verfassen und Filme zu schneiden", so Spielberg. "Ich war ziemlich isoliert, hatte jedoch ein Hobby, von dem ich besessen war. Ich ging nach Hause, spielte nicht mit den anderen bei denen daheim. Ich ging in mein Zimmer und saß an meiner kleinen Schneidemaschine." Der "Guardian" analysierte, so gesehen sei die gesamte Karriere Spielbergs ein Beispiel von "Über-Kompensation", nämlich dem Bedürfnis, aus Gegnern Freunde zu machen, eine feindselige Umwelt unter Kontrolle zu bekommen. Daher habe Spielberg sich auch viel zu lange mit Familien-Filmen aufgehalten statt "erwachsen" zu werden.

    Inzwischen wird das Vermögen von einem der berühmtesten Hollywood-Stars überhaupt auf 3,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Es gibt also jede Menge zu erzählen über Spielbergs Leben, seine Traumata und Erfolge. Für die Rolle, die von Spielbergs Mutter inspiriert ist, soll bereits Michelle Williams angeheuert worden sein. Derzeit soll der Regisseur damit beschäftigt sein, die Kinderrollen zu casten. Bisher gab es nur eine Dokumentation auf HBO 2017 über sein Leben, noch keine fiktionale Aufbereitung - es sei denn, sein Gesamtwerk wird als solche gesehen.

    Ende dieses Jahres wird übrigens Spielbergs Film-Version der "West Side Story" in den Kinos erwartet.

    Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!