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Protest in Standing Rock
© picture alliance / Pacific Press

Autoren

Beate Meierfrankenfeld
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Protest in Standing Rock

Die Pipeline durch das Indianerland hatte eine Vorgeschichte: Zunächst sollte sie nördlich von Bismarck, dem Regierungssitz von North Dakota, unter dem Missouri hindurchführen. Doch die Stadt sperrte sich gegen die Pläne - mit dem Argument einer Bedrohung des Trinkwassers bei einer möglichen Beschädigung der Leitungen. Also wurde die Route weiter nach Süden verlegt, ins Gebiet der Indianer. Im Reservat nennt man das "Umweltrassismus".

Anerkennung historischer Schuld

Dagegen wandte sich eine Allianz des landesweiten Widerstands, im Internet organisierten sich Proteste, in vielen Städten gab es Demonstrationen, seit April eine Zeltstadt von Aktivisten vor Ort. Anfang Dezember dann kamen 2.000 Veteranen ins Camp - und einer ihrer Vertreter verlas eine Erklärung, die für die historischen Vergehen der Weißen an den Indianern um Vergebung bat:

"Wir sind gekommen, wir haben gegen euch gekämpft. Wir haben euer Land genommen, wir haben Verträge unterschrieben und sie gebrochen. Wir haben Bodenschätze aus euren heiligen Hügeln gestohlen und die Köpfe unserer Präsidenten in eure heiligen Berge gesprengt. Wir haben euch auf so viele Weisen verletzt, und heute sind wir hier, um zu sagen, dass es uns leid tut, und euch um Vergebung zu bitten."

Könnte Standing Rock ein Symbol für einen neuen Umgang des weißen Amerikas mit seiner eigenen Vergangenheit und für einen Paradigmenwechsel zu einer Zivilisation sein, die die Erde achtet?

Claus Biegert hat das Protestcamp von Standing Rock besucht. Sie hören seinen Bericht im Kulturjournal ab 18:05 Uhr auf Bayern 2.