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Eine Ehrung für fünf Jahrzehnte Aufbegehren | BR24

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Eine Ehrung für fünf Jahrzehnte Aufbegehren

Immer wieder wurde Bob Dylan in den vergangenen Jahren als möglicher Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt. Dass er ihn heuer für "seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Song-Tradition" bekommt, ist dennoch eine Überraschung.

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Der Sänger und Songschreiber - geboren 1941 als Robert Allan Zimmermann - erhält den wichtigsten Literaturpreis ausdrücklich für sein poetisches Werk. Die Schwedische Akademie würdigt mit dieser Entscheidung dennoch den Beitrag Dylans in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts.

"Exzellenter Lyriker"

Zu den Schriftstellern, die sich frühzeitig für diese Ehrung von Bob Dylan ausgesprochen haben, gehört der deutsch-iranische Lyriker Said. Bereits in seiner Zeit als Vorsitzender des deutschen PEN-Zentrums vor 16 Jahren hatte er Dylan als Kandidaten für den Nobelpreis vorgeschlagen.

"Ich halte ihn für einen exzellenten Lyriker. Er fordert immer zum Aufbegehren auf. Aber nie platt, nie parteipolitisch. Sondern immer on the road, immer gehend, immer das Neue suchend." Said

Die Songs von Bob Dylan - ob akustisch und allein oder mit Band eingespielt - sind längst Klassiker. Immer wieder sind in ihnen Bezüge zur europäischen Poesie erkennbar, vor allem zum Werk von Lyrikern wie Arthur Rimbaud oder Charles Baudelaire. Als Musiker und Sänger hat Bob Dylan die Geschichte der Popmusik wesentlich mitgeschrieben, Bands wie die Beatles oder die Rolling Stones verdanken dem Amerikaner wichtige Impulse für das eigene Werk.

Andere Favoriten

Für Literaturkritiker kommt die Entscheidung dennoch überraschend. Bob Dylan galt in diesem Jahr nicht als aussichtsreichster Kandidat für den Literaturnobelpreis. Autoren wie der kenianische Schriftsteller Ngugi wa Thiong'o und der Norweger Jon Fosse wurden als Favoriten gehandelt, ebenso Dylans Landsmänner, die Schriftsteller Don DeLillo und Philipp Roth.