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Der Münchner Poesie-Briefkasten und seine Nutzer
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Autoren

Stefan Mekiska
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Der Münchner Poesie-Briefkasten und seine Nutzer

„Jeder Mensch ist ein Poet“ – das hat schon Fjodor Dostojewski gesagt und so steht es auch auf dem orangeroten Briefkasten, der momentan vor dem Trambahnhäusl in München-Ramersdorf zu finden ist. In den Poesie-Briefkasten gehören nur Gedichte. Seit 2013 tourt er durch die ganze Stadt. Seitdem haben Hobbydichter und Lyrikfreunde schon knapp 700 Gedichte hineingeworfen, erzählt Katharina Schweissgut. Sie hat das Projekt ins Leben gerufen und bezeichnet sich selbst als Poesie-Postbotin.

"Die Menschen haben oft nicht nur ihre Gedichte geschickt, sondern auch kleine Briefe, wo sie sich selbst vorgestellt haben. Und ich habe den Eindruck gehabt, dass viele sich auch gerne mit anderen Poeten austauschen würden oder ihre Gedichte auf einer offenen Poetenbühne vortragen würden, wo jeder mit seiner Poesie wertgeschätzt wird."

Also hat Katharina Schweissgut die Real- und Freizeit-Dichter zu ersten Poeten-Treffen eingeladen. Inzwischen sind sie ein eingetragener Verein und organisieren regelmäßig Veranstaltungen rund um die Lyrik. Zum Beispiel am kommenden Sonntag: Um 13:00 Uhr laden die Poesieboten ein zur Eröffnung der ersten Poesiehaltestelle im Trambahnhäusl in der Rosenheimer Straße in München-Ramersdorf.

Ein buntes Lyrik-Fest

Es wird eine offene Poetenbühne geben und damit für jeden die Gelegenheit, eigene Gedichte vorzutragen. Jeder darf und soll beitragen, was er kann. Alle Themen sind willkommen. Und ob das Gedicht sich reimt oder einem bestimmten Versmaß folgt, ist ganz egal.