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Ein Lebenswerk kommt erstmals zusammen: Raffael in Rom | BR24

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Zum 500. Todestag wird Raffael in der Scuderie del Quirinale mit spektakulären Leihgaben aus Florenz und Paris gewürdigt.

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Ein Lebenswerk kommt erstmals zusammen: Raffael in Rom

Es ist Italiens Kunstschau des Jahres: Zum 500. Todestag wird Raffael in der Scuderie del Quirinale mit spektakulären Leihgaben aus Florenz und Paris gewürdigt. Die Ausstellung zeigt, dass es sich lohnen kann, das Leben mal rückwärts zu erzählen.

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Raffael, wie er stirbt, sein Begräbnis und eine riesige Reproduktion seines Grabes im Pantheon. So beginnt die Ausstellung in den Scuderie in Rom - etwas überraschend. Aber der Anlass sei ja auch der Todestag, sagt Kuratorin Marzia Faietti: "Er starb vor 500 Jahren, und wir wollten mit der aktuellen Situation anfangen, denn die Botschaft ist, dass Raffael nicht nur ein großer Künstler ist, sondern auch ein aktueller. Der Rundgang führt vom Ende zum Anfang seines Lebens, so können wir besser das Endergebnis verständlich machen. Und welchen außergewöhnlichen Weg dieser junge, großartige Künstler beschritten hat."

Er war der erste Denkmalpfleger Roms

Es soll eine Art Flash-Back sein, ein Parcours, der vom 6. April 1520, dem Karfreitag, an dem Raffael mit nur 37 Jahren stirbt, zurückführt über seine Zeit in Florenz bis hin zu seinen ersten Arbeiten in Umbrien. Die Besucher finden sich also in den ersten Sälen des Rundgangs in Rom wieder, der Stadt, der der Künstler seinen Weltruhm verdankt. Dort wird ihnen vor Augen geführt, dass Raffael nicht nur Maler und Grafiker war, sondern auch der erste Denkmalpfleger der Geschichte. Ernannt von Papst Leo X., war er für die Restaurierung der Architekturdenkmäler zuständig, erklärt der deutsche Kunsthistoriker Eike Schmidt: "Die Ausstellung konzentriert sich auf die Bedeutung Raffaels, sein gesamtes Leben, vor allem aber auch die Bedeutung Roms als künstlerisches und kulturelles Zentrum der Renaissance und somit auch Raffael und die Antike."

© Andrew Medichini/dpa

Ehrgeiziges Projekt

Genau hier kommen die Uffizien in Florenz ins Spiel, deren Direktor Eike Schmidt ist: Seit rund drei Jahren arbeiten die Scuderie del Quirinale mit den Uffizien zusammen, um die größte jemals organisierte Raffael-Ausstellung zu realisieren. Zu sehen sind viele Leihgaben, von Museen aus Italien, Großbritannien, Spanien, Frankreich oder Österreich, erklärt Eike Schmidt: "Mehrere Werke kommen zum allerersten Mal nach Italien, niemals wurden so viele eigenhändige Werke von Raffael zusammengestellt in einer Ausstellung. Es ist eine einzigartige Möglichkeit, auch seine Zeichnungen, die normalerweise in den Zeichnungskabinetten schlummern, da sie aus konservatorischen Gründen nicht dem Tageslicht ausgesetzt sein dürfen, zusammen zu sehen."

© Andrew Medichini/dpa

Eike Schmidt vor einem Raffael-Gemälde

Zum ersten Mal sind auch Raffaels Porträts der Päpste Julius II. und Leo X. zusammen in einer Ausstellung zu sehen. Der Louvre hat das Porträt von Baldassarre Castiglione zur Verfügung gestellt, die Uffizien die Madonna del Granduca. Nur Raffaels Fresken fehlen, die lassen sich schlecht transportieren, dafür sind die Entwürfe ausgestellt. Wer will, kann auch die beiden Werke La Velata und Fornarina vergleichen und sich selbst ein Bild davon machen, ob Raffael zweimal die gleiche Frau portraitiert hat. In der Ausstellung sind beide Bilder wenige Meter entfernt, normalerweise hängt das eine in Florenz, das andere in Rom.

Rot-Töne in aller Vielfalt

Die Idee sei eben, dass alle für die Ausstellung zusammenarbeiten, für eine Ausstellung, die auch ein bisschen eine Ausstellung Italiens ist, sagt Kuratorin Marzia Faietti und lächelt. Doch die meisten Schwierigkeiten gab es ausgerechnet mit einem Bild aus den Uffizien in Florenz: Nämlich mit dem Porträt Leos X. mit den beiden Kardinälen Giulio de‘ Medici und Luigi de‘ Rossi. Die vier Mitglieder des wissenschaftlichen Komitees der Uffizien waren gegen eine Leihgabe, es ging darum, ob das Werk zu wichtig für die Uffizien ist, um es zu verleihen und ob es überhaupt transportfähig ist. Doch am Ende setzte sich Direktor Eike Schmidt durch.

© Andrew Medichini/dpa

Scharf gestellt auf die Renaissance

Die Besucher können sich jedenfalls freuen über die Gelegenheit, das Porträt in Rom zu sehen. In einer Ausstellung, die vielleicht ein bisschen so ist, wie Kuratorin Marzia Faietti Raffaels Kunst beschreibt: Sehr einfach und gleichzeitig sehr komplex, es geht um Gegensätze und um die Überwindung von Schwierigkeiten.

"Raffaelo 1520-1483" ist bis 2. Juni 2020 in der Scuderie del Quirinale in Rom zu sehen.

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